Lindner plant staatliche Rückversicherung gegen Naturkatastrophen in Deutschland

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Eine Karte von Massachusetts mit gelben und roten Punkten, die Überschwemmungsrisikostellen anzeigen, begleitet von informativem Text.Admin User

Lindner plant staatliche Rückversicherung gegen Naturkatastrophen in Deutschland

Bundesfinanzminister Christian Lindner hat einen staatlich gestützten Rückversicherungsmechanismus für Naturkatastrophen in Deutschland vorgeschlagen. Der Plan soll bei dem für Donnerstag anberaumten Treffen zwischen der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten der Länder diskutiert werden. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Sorgen über die finanziellen Folgen extremer Wetterereignisse – derzeit sind nur 57 Prozent der deutschen Hausbesitzer gegen Überschwemmungen, Erdrutsche und extreme Schneefälle versichert.

Weltweit verursachen Naturkatastrophen jährlich Schäden in Höhe von Hunderten Milliarden Euro, doch nur ein Bruchteil davon ist durch Versicherungen abgedeckt. Allein die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 führte in Deutschland zu versicherten Schäden von 10,9 Milliarden Euro – die teuerste Naturkatastrophe in der Geschichte des Landes. Nach den aktuellen Regeln richten sich die Prämien für Elementarschadenversicherungen nach dem Risiko, wodurch in besonders gefährdeten Gebieten deutlich höhere Kosten entstehen.

Die Versicherungsbranche lehnt eine Versicherungspflicht ab, schlägt jedoch vor, dass alle Hausbesitzer die finanziellen Lasten für Hochrisikofälle solidarisch tragen sollten. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat ein Modell vorgelegt, bei dem Versicherer Schäden bis zu 30 Milliarden Euro abdecken würden, während Bund und Länder für darüber hinausgehende Schäden einspringen müssten. Der GDV empfiehlt zudem, Versicherungsschutz mit Präventions- und Klimaanpassungsmaßnahmen zu verknüpfen. In Frankreich, wo eine geringe, einheitliche Prämie an die Gebäudeversicherung gekoppelt ist, gab es seit 1982 nur einmal staatliche Unterstützung – in Höhe von rund 300 Millionen Euro. Der deutsche Koalitionsvertrag sieht bereits eine freiwillige Elementarschadenversicherung für Wohngebäude vor, doch der vorgeschlagene Rückversicherungsmechanismus bleibt das politisch brisanteste Thema der anstehenden Beratungen.

Das Ergebnis der Donnerstagsgespräche könnte maßgeblich beeinflussen, wie Deutschland künftig mit Naturkatastrophenrisiken umgeht. Sollte das staatlich gestützte Rückversicherungsmodell eingeführt werden, zielte es darauf ab, die Prämien zu stabilisieren und die finanzielle Last zwischen Versicherern und staatlichen Stellen zu verteilen. Die Entscheidung wird Millionen von Hausbesitzern betreffen – insbesondere jene in Hochrisikoregionen.

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