07 May 2026, 22:11

Historiker Möller warnt vor oberflächlichen Geschichtsvergleichen in der Politik

Altes Buch mit dem Titel "Beobachtungen Historico-Politica in Instrumentum Pacis" aufgeschlagen auf einer Seite mit schwarzer Tinte und dekorativem Rand.

Historiker Möller warnt vor oberflächlichen Geschichtsvergleichen in der Politik

Der Historiker Horst Möller hat sich zu den häufigen historischen Vergleichen in aktuellen politischen Debatten geäußert. Seine Stellungnahme erfolgt zu einer Zeit, in der Medien wie Stern und Der Spiegel umstrittene Parallelen zwischen gegenwärtigen Ereignissen und vergangenen Diktaturen ziehen.

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Möller warnte vor vereinfachenden Vergleichen und betonte, dass Historiker Ereignisse erst dann umfassend bewerten sollten, wenn deren langfristige Auswirkungen absehbar seien. Er kritisierte, dass die isolierte Betrachtung einzelner Aspekte – etwa der Vergleich von COVID-19-Kritikern mit Sophie Scholl oder von Putin mit Hitler – den größeren Kontext außer Acht lasse. Stattdessen plädierte er dafür, gesamte historische Epochen in ihrer Gesamtheit zu analysieren.

Aktuelle Titelbilder haben die Diskussion weiter angeheizt: Stern zeigte Donald Trump mit Hitlergruß unter der Schlagzeile Sein Kampf, während Der Spiegel provokante Bilder veröffentlichte – etwa Trump als Komet, der auf die Erde zurast, oder mit dem abgetrennten Kopf der Freiheitsstatue in der Hand.

Zur AfD lehnte Möller die Bezeichnung „faschistisch“ ab und verwies darauf, dass der Partei der für historische Faschismusbewegungen typische „Führerkult“ fehle. Zudem widersprach er der Vorstellung eines „deutschen Sonderwegs“ in die Diktatur und wies darauf hin, dass die Weimarer Republik nicht die einzige Demokratie war, die in einer Krise scheiterte.

Obwohl Möller einige Parallelen zwischen dem Weimarer Deutschland und der heutigen Bundesrepublik anerkennt, betonte er, dass Art und Ausmaß der Herausforderungen heute grundlegend anders seien.

Möllers Aussagen unterstreichen die Gefahren, Geschichte für politische Kommentare zu vereinfachen. Sein Appell zu einer sorgfältigen, ganzheitlichen Analyse kommt zu einer Zeit, in der die Frage, wie weit Medien und öffentliche Persönlichkeiten bei historischen Bezügen gehen dürfen, weiterhin kontrovers diskutiert wird. Die Debatte bleibt relevant, da historische Vergleiche die moderne Diskussionskultur weiterhin prägen.

Quelle