E-Auto-Ladesysteme mit gravierenden Mängeln – Studie enthüllt Sicherheitslücken und Softwareprobleme
Miroslav HofmannE-Auto-Ladesysteme mit gravierenden Mängeln – Studie enthüllt Sicherheitslücken und Softwareprobleme
Neue Studie deckt gravierende Mängel bei Ladesystemen führender Elektroautos auf
Eine aktuelle Untersuchung hat schwerwiegende Schwächen in den bordeigenen Ladesystemen gängiger Elektrofahrzeuge offenbart. Der von der Münchner Fachorganisation EcoG veröffentlichte Bericht zeigt, dass keines der zehn getesteten Systeme eine durchgehend zuverlässige Ladeerfahrung bot. Die Probleme reichten von Software-Schwachstellen bis hin zu Lücken in der Cybersicherheit – bei einigen Herstellern hinkt die Risikobewältigung deutlich hinterher.
Der zweite Charging Reliability Index (CRI, zu Deutsch etwa: Ladezuverlässigkeitsindex) attestiert zwar Fortschritte bei der Sicherheit, doch bestehen weiterhin anhaltende Defizite im Batteriemanagement und bei der Systemstabilität.
In der jüngsten EcoG-Studie wurden Plattformen von zehn großen Automobilherstellern bewertet, darunter BMW, Ford, Geely, Hyundai, Lucid, Mercedes, SAIC, Stellantis, Tesla und Volkswagen. Zwar wurden keine Einzelergebnisse veröffentlicht, doch erreichte das beste System lediglich 76 von 100 möglichen Punkten. Das schlechteste kam auf nur 39 Punkte – ein Indiz für erhebliche Mängel bei der Ladesteuerung und der Softwaregestaltung.
Häufige Ausfälle gingen auf die 12-Volt-Starterbatterie sowie auf Ladeabbrüche durch Autorisierungszeitüberschreitungen zurück. Wiederkehrende Unterbrechungen der Ladevorgänge stellten ein weiteres kritisches Problem dar, da sie das Risiko einer Tiefentladung und einer beschleunigten Batteriedegradation bergen. Zudem identifizierte die Studie schwache Schnittstellen zwischen Fahrzeugen und Ladestationen, die die Nutzerfreundlichkeit beeinträchtigen.
Bei der Cybersicherheit zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Herstellern: Westliche Marken setzten stärker auf Verschlüsselung und Risikominimierung, während einige chinesische Automobilbauer ein geringeres Problembewusstsein für potenzielle Bedrohungen erkennen ließen. Trotz dieser Defizite betonte EcoG-Geschäftsführer Jörg Heuer, dass bisher keine Verletzungen durch Ladevorfälle gemeldet wurden – ein Zeichen für Fortschritte bei der Systemsicherheit.
Seit dem ersten CRI-Bericht habe sich die Stabilität erhöht und die Anzahl ungewollter Unterbrechungen sei zurückgegangen, so die Studie. Diese Verbesserungen führen die Autoren auf Echtzeitdaten und Fahrerrückmeldungen zurück. Dennoch sei weiterer Handlungsbedarf gegeben, um den Kundenerwartungen an ein nahtloses Ladeerlebnis gerecht zu werden.
Die Ergebnisse unterstreichen die anhaltenden Herausforderungen bei der Zuverlässigkeit und Sicherheit von E-Auto-Ladesystemen. Die Hersteller haben nun bis Ende 2024 Zeit, die identifizierten Schwachstellen – insbesondere in der Softwarearchitektur und im Batteriemanagement – zu beheben. Der Bericht dient als Maßstab für künftige Verbesserungen; EcoG fordert die Branche auf, sowohl die Sicherheit als auch die Nutzerfreundlichkeit konsequent in den Fokus zu rücken.






