Bayerns neues Jagdrecht: Wölfe freigegeben – doch der Streit geht weiter
Roger AdolphLandtag gibt grünes Licht für leichtere Wolfsjagd in Bayern - Bayerns neues Jagdrecht: Wölfe freigegeben – doch der Streit geht weiter
Der bayerische Landtag hat eine umfassende Reform des Jagdrechts verabschiedet, durch die Wölfe und Goldschakale nun dem jagdbaren Wild zugeordnet werden. Die Neuregelungen sehen zudem angepasste Jagdzeiten vor und räumen örtlichen Jägern mehr Mitspracherecht bei der Bejagungsplanung ein. Doch die neuen Bestimmungen haben sowohl politische Kontroversen als auch ökologische Bedenken ausgelöst.
Die Reform wurde nach hitzigen Debatten innerhalb der Koalitionsregierung finalisiert. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger geriet dabei mit Agrarministerin Michaela Kaniber über zentrale Punkte aneinander. Trotz Widerständen erlaubt das Gesetz nun eine erleichterte Bejagung von Wölfen zum Schutz von Nutztieren wie Schafen vor Angriffen.
Die Jagdzeiten wurden an veränderte Umweltbedingungen angepasst. Rehe dürfen nun bereits ab Mitte April bejagt werden – früher als bisher –, da die Frühlingsvegetation durch den Klimawandel schneller wächst. Zudem gestattet das Gesetz das Töten kranker Tiere, sofern dies dem Artenschutz dient.
Örtliche Jäger und Grundbesitzer erhalten mehr Einfluss auf die offiziellen Abschusspläne. Zwar bleiben Grundkontingente bestehen, doch können Behörden eingreifen, falls Wildbestände – etwa durch Über- oder Unterjagung – falsch bewirtschaftet werden. Seit Wölfe und Goldschakale 2023 als jagdbare Arten eingestuft wurden, ist ihre Zahl trotz verstärkter Bejagung von rund 50 Rudeln im Jahr 2023 auf über 80 im Jahr 2025 gestiegen, da hohe Reproduktionsraten die Verluste ausgleichen.
Umweltschützer kritisieren die gelockerten Regelungen scharf. Sie warnen, dass überhöhte Wildbestände durch Verbiss die Risiken von Lawinen, Überschwemmungen und sinkender Wasserqualität erhöhen könnten.
Das neue Gesetz gibt Jägern mehr Spielraum bei der Wildtierbewirtschaftung, insbesondere bei Wölfen und Rehen. Die Behörden behalten zwar die Aufsicht, erwarten aber, dass lokale Gruppen eine größere Rolle bei den Abschussentscheidungen übernehmen. Die langfristigen Auswirkungen auf Ökosysteme und den Nutztierschutz hängen davon ab, wie die neuen Vorschriften in der Praxis umgesetzt werden.






