Deutsche Städte tauschen Ampelmännchen gegen lokale Kultursymbole aus
Roger AdolphWenn es grün ist, hoppeln Sie weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Deutsche Städte tauschen Ampelmännchen gegen lokale Kultursymbole aus
Städte in ganz Deutschland ersetzen klassische Fußgängerampeln durch lokale Kultursymbole
Sechs weitere Standorte sind dem Trend gefolgt und zeigen nun Figuren wie Albrecht Dürers Feldhase in Nürnberg oder die Mainzelmännchen in Mainz. Auch bayerische Städte wie Dachau und Hof setzen zunehmend auf individuelle Ampelmännchen – trotz teilweise behördlicher Vorbehalte.
Die Bewegung, Fußgängerampeln mit regionalem Bezug zu gestalten, begann bereits vor Jahren in mehreren deutschen Städten. Saarbrücken führte 2016 den Saarlodri ein, Trier zeigte ab 2018 Figuren von Karl Marx, und Hameln folgte 2019 mit dem Rattenfänger. Hamburg wird ab Januar 2026 sogar Ernie und Bert an seinen Ampeln haben. Mainz nutzt die Mainzelmännchen bereits seit 2016, und Nürnberg ergänzte im Februar 2026 Dürers Feldhasen.
In Bayern hat sich der Trend besonders verbreitet: München verfügt mittlerweile über drei Ampeln mit Pumuckl, der beliebten Kinderfigur. Straubing zeigt Bruder Straubinger, eine lokale Mönchsfigur, während Dachau traditionelle Tracht-Silhouetten einsetzt. In Deggendorf wirft eine Ampelfigur Klöße, und Hof wird bald den Wärschtlamo – seinen berühmten Würstchenverkäufer – auf die Ampeln bringen. Augsburgs Kasperl aus der Augsburger Puppenkiste leuchtet an roten Signalen nahe dem Theater – aus Sicherheitsgründen.
Doch nicht alle Umstellungen verliefen reibungslos. Das bayerische Innenministerium lehnt individuelle Ampelgestaltungen ab und warnt vor Verwirrung und Sicherheitsrisiken. Hofs Wärschtlamo-Plan wurde zunächst abgelehnt, setzte sich aber nach öffentlichem Zuspruch durch. Nürnberg installierte seinen Dürer-Hasen ohne regionale Genehmigung und betont, selbst für mögliche Probleme verantwortlich zu sein. Dachau hingegen will nach positiver Resonanz und Spenden der Bürger seine Tracht-Figuren ausbauen.
Der Wandel hin zu thematischen Ampeln spiegelt ein wachsendes Bedürfnis wider, lokale Identität zu feiern. Während manche Städte auf bürokratische Hürden stoßen, setzen andere mit öffentlicher Unterstützung auf kreative Lösungen. Die Veränderungen zeigen, wie urbanes Design Tradition und Alltagsinfrastruktur verbinden kann.






