"Worüber Jüdinnen und Juden sprechen": Ein Buch bricht das Schweigen über Alltagserfahrungen
Alexander Textor"Worüber Jüdinnen und Juden sprechen": Ein Buch bricht das Schweigen über Alltagserfahrungen
Ein neues Buch mit dem Titel „Worüber Jüdinnen und Juden sprechen: Zehn Gespräche aus Deutschland“ bietet einen seltenen Einblick in den Alltag jüdischer Menschen im Land. Verfasst von Joshua Schultheis und Mascha Malburg, geht es über die übliche öffentliche Fokussierung auf Holocaust-Gedenken oder Nahostkonflikte hinaus. Stattdessen rückt das Werk persönliche Geschichten in den Mittelpunkt, die oft ungehört bleiben.
Das Buch enthält ausführliche Interviews mit acht Jüdinnen und Juden, die unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven einbringen. Ihre Gespräche offenbaren Sorgen, Selbstwahrnehmungen und die Komplexität jüdischer Identität im heutigen Deutschland. Die Autoren argumentieren, dass öffentliche Debatten über jüdisches Leben häufig auf bestimmte Anlässe beschränkt bleiben – etwa Gedenkveranstaltungen oder politische Spannungen.
Mascha Malburg, die Politikwissenschaft und Soziologie mit Schwerpunkt auf Hannah Arendts Revolutionstheorie studierte, schrieb das Buch gemeinsam mit Joshua Schultheis. Dieser arbeitet als politischer Redakteur bei der „Jüdischen Allgemeinen“, einer führenden jüdischen Zeitung. Das Projekt zielt darauf ab, das enge Blickfeld zu erweitern, durch das jüdische Gemeinschaften meist wahrgenommen werden.
Erschienen im Hentrich & Hentrich Verlag, bietet das Buch eine Plattform für Stimmen, die die Vielfalt jüdischen Lebens heute widerspiegeln. Dinah Riese, Leiterin des Inlandsressorts unserer Redaktion, wird eine Diskussion zu den Themen des Buches moderieren.
Die Gespräche in „Worüber Jüdinnen und Juden sprechen“ zeichnen ein vielschichtigeres Bild jüdischer Erfahrungen in Deutschland. Indem Leser:innen diesen Stimmen direkt lauschen, erhalten sie Einblicke in Perspektiven, die selten Teil des öffentlichen Diskurses sind. Das Buch regt an, sich von eingeschränkten Klischees zu lösen und zu einem differenzierteren Verständnis zu gelangen.






