13 March 2026, 02:11

Wacker Chemie schreibt 2025 tiefrote Zahlen und kündigt radikale Sparmaßnahmen an

Ein Diagramm, das die Anzahl der von der COVID-19-Pandemie betroffenen US-Geschäfte zeigt, unterteilt in Abschnitte für die Erholung und die wirtschaftliche Erholung, mit Unterabschnitten für verschiedene Branchen und begleitendem Text mit zusätzlichen Daten.

Wacker Chemie schreibt 2025 tiefrote Zahlen und kündigt radikale Sparmaßnahmen an

Wacker Chemie verzeichnet ein schwieriges Jahr 2025 mit einem Nettoverlust von 805 Millionen Euro

Der Chemiekonzern aus München meldete rückläufige Umsätze, hohe Kosten und einen deutlichen Gewinnrückgang – was umfassende Umstrukturierungsmaßnahmen erforderlich machte.

Die Wacker Chemie AG kündigte Ende 2025 ein weitreichendes Sparprogramm an, das jährliche Einsparungen von über 300 Millionen Euro sowie den Abbau von mehr als 1.500 Arbeitsplätzen weltweit vorsieht. An die Aktionäre wird für das Geschäftsjahr keine Dividende ausgeschüttet, da sich das Unternehmen auf die Erholung konzentriert.

Im Jahr 2025 sank der Gesamtumsatz von Wacker Chemie um 4 Prozent auf 5,49 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) brach um 43 Prozent auf 427 Millionen Euro ein. Verantwortlich für den Rückgang waren geringere Absatzmengen, gesunkene Preise, nicht ausgelastete Produktionsstandorte sowie anhaltend hohe Energiekosten in Deutschland.

Zusätzlich belasteten Sonderabschreibungen und Wertberichtigungen in Höhe von rund 600 Millionen Euro die Bilanz und führten zu dem Nettoverlust. Vorstandsvorsitzender Christian Hartel führte den Abschwung auf eine schwache Nachfrage, Marktunsicherheiten und starken Wettbewerb zurück. Neue Konkurrenten und Überkapazitäten in Schlüsselsektoren verschärften die Lage zusätzlich.

Trotz der Schwierigkeiten in einigen Bereichen behielt Wacker eine starke Position im Polysilizium-Markt für Halbleiter. Allerdings haben Wettbewerber wie die Tokuyama Corporation und die OCI Company seit 2023 ihre Kapazitäten deutlich ausgebaut. Hemlock Semiconductor bleibt ein wichtiger Rivale, doch integrierte Großproduzenten haben in den letzten Jahren an Boden gewonnen.

Für das erste Quartal 2026 erwartet Wacker Chemie einen Umsatz von etwa 1,35 Milliarden Euro bei einem EBITDA zwischen 140 und 160 Millionen Euro. Für das gesamte Jahr prognostiziert das Unternehmen ein niedriges einstelliges Wachstum bei Umsatz und EBITDA, das sich auf 550 bis 700 Millionen Euro belaufen soll.

Um die langfristige Stabilität zu sichern, verlagert der Konzern seinen Fokus auf Spezialchemikalien, Halbleitermaterialien und biotechnologische Innovationen. Das im Oktober 2025 gestartete Sparprogramm PACE soll die Prozesse verschlanken und die Profitabilität wiederherstellen.

Die Ergebnisse für 2025 spiegeln ein schwieriges Jahr für die Chemieindustrie wider, geprägt von sinkenden Umsätzen und hohen Verlusten. Mit den Umstrukturierungsmaßnahmen und der strategischen Neuausrichtung auf wachstumsstarke Bereiche strebt Wacker Chemie eine Stabilisierung der Geschäftsentwicklung im Jahr 2026 an.

Die Unternehmensführung blickt mit vorsichtigem Optimismus auf ein moderates Wachstum und eine Rückkehr in die Gewinnzone mittelfristig. Im Mittelpunkt stehen weiterhin Kostendisziplin, Innovation und die Verteidigung der Marktanteile in zentralen Segmenten.

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