Ulrich Tilly – ein Visionär der deutschen Gesundheitspolitik ist tot
Stjepan StaudeUlrich Tilly – ein Visionär der deutschen Gesundheitspolitik ist tot
Ulrich Tilly, eine prägende Persönlichkeit der deutschen Gesundheitspolitik, ist im Alter von 67 Jahren verstorben. Er diente als Büroleiter der ehemaligen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und spielte eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Politik während seiner Zeit im Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Kollegen erinnern sich an ihn als einen fachlich versierten und einfühlsamen Profi mit einem Gespür für innovative Lösungen.
Tillys Karriere begann in den 1980er-Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Agrarpolitik der Universität Bonn. Später beriet er SPD-Abgeordnete, darunter Hermann Wimmer und Dr. Gerald Thalheim, in agrarpolitischen Fragen, bevor er sich 1996 der Rentenpolitik für die SPD-Bundestagsfraktion zuwandte.
2002 wechselte er ins BMG, wo er zunächst die Geschäftsstelle leitete. 2005 übernahm er die Leitung der Abteilung Grundsatzfragen. Gemeinsam mit Klaus Vater und Franz Knieps bildete er ein Trio, das im Ministerium scherzhaft als die "drei Taliban" bezeichnet wurde – eine Gruppe, der großer Einfluss zugeschrieben wurde.
Franz Knieps, ein enger Weggefährte, lobte Tillys "herausragende Fachkompetenz und Kreativität" sowie seine Empathie und sein scharfes politisches Urteilsvermögen. Seine Fähigkeit, unkonventionelle Lösungen zu finden, hinterließ während seiner Amtszeit von 2002 bis 2010 deutliche Spuren in der Gesundheitspolitik.
Mit Tillys Tod verliert Deutschland einen angesehenen Strategen, der die Gesundheits- und Sozialpolitik des Landes mitgeprägt hat. Seine Arbeit im BMG, an der Seite von Schlüsselfiguren wie Ulla Schmidt, festigte seinen Ruf als engagierten und visionären Beamten. Kollegen und Politiker werden sich an seine Beiträge zur Fachpolitik ebenso erinnern wie an seine persönliche Art, Beziehungen zu gestalten.






