22 March 2026, 20:20

Südzucker kämpft mit sinkenden Preisen und Krankheiten im Zuckerrübenanbau

Altes Buch mit dem Titel "Die Bienenordnung oder die wahre Geschichte ihrer Haltung" mit einer Bienenstock-Illustration und Insekten auf dem Cover.

Südzucker kämpft mit sinkenden Preisen und Krankheiten im Zuckerrübenanbau

Südzucker passt seinen Zuckerrübenanbau in Süddeutschland an sinkende Preise und Krankheitsdruck an. Das Unternehmen führt neue Verträge und Hilfsmittel ein, um die Landwirte zu unterstützen, bleibt aber langfristig der Kulturpflanze verbunden. Eine zentrale Rolle bei der Abwägung der Interessen von Aktionären und Bauern während dieser Umstellungsphase spielt Dr. Stefan Streng.

Seit 2020 ist der Anbau von Zuckerrüben in Südbayern um 15–20 % zurückgegangen. Die Anbaufläche schrumpfte von etwa 12.000 Hektar auf voraussichtlich 9.500 Hektar bis 2025. Gründe für diesen Rückgang sind gesunkene Zuckerpreise – sie fielen seit 2020 um 25 % – sowie schwere Ausbrüche der Rübenwurzelbärtigen-Krankheit (Rhizomania), die die Erträge um bis zu 30 % mindern kann. Auch politische Veränderungen, darunter die Reformen der EU-Agrarpolitik, haben die Landwirte zu Fruchtfolgen und nachhaltigeren Anbaumethoden gedrängt.

Um die Branche zu stabilisieren, hat Südzucker mit jedem Rübenanbauer einjährige Anbauverträge abgeschlossen. Diese enthalten Mindestpreise und bieten den bayerischen Landwirten so Planungssicherheit. Zudem hat das Unternehmen ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten entwickelt, das auf Fruchtwechsel, Pflanzengesundheit, Schädlingsbekämpfung und Überwachungssysteme setzt. Ziel ist es, den Befall durch Zikaden und die Ausbreitung der Stolbur-Krankheit einzudämmen.

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Trotz der Marktprobleme bleibt Zucker für Südzucker ein strategisch wichtiger Bereich und macht etwa 40 % des Umsatzes aus. Die übrigen 60 % stammen aus nicht-zuckerbezogenen Sparten, was dem Konzern hilft, Preisschwankungen abzufedern. Standorte in Süddeutschland sollen nicht geschlossen werden, und Notfallzulassungen für die Krankheitsbekämpfung sind bis 2026 gesichert. Landwirte können ihre Anbauflächen freiwillig reduzieren – die Entscheidungen werden individuell getroffen.

Durch sein diversifiziertes Geschäftsmodell und gezielte Unterstützungsmaßnahmen schafft Südzucker einen Puffer gegen Marktunsicherheiten. Die neuen Verträge und Instrumente zur Krankheitsbekämpfung sollen die Zukunft des Rübenanbaus in der Region sichern. Gleichzeitig bleibt Zucker ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie, während man sich an die veränderten Rahmenbedingungen anpasst.

Quelle