Sudetendeutsche Landsmannschaft feiert 75 Jahre zwischen Erinnerung und europäischer Brückenfunktion
Roger AdolphSudetendeutsche Landsmannschaft feiert 75 Jahre zwischen Erinnerung und europäischer Brückenfunktion
Die Sudetendeutsche Landsmannschaft in Roßtal hat ihr 75-jähriges Bestehen mit einem Fokus auf kulturelles Erbe und politisches Engagement begangen. Die Jubiläumsveranstaltungen erinnerten zugleich an die Vertreibung der Sudetendeutschen vor acht Jahrzehnten. Bayerische Politiker nahmen an den Feierlichkeiten teil und würdigten die Rolle der Gruppe im heutigen Europa.
Die Festlichkeiten fanden in Roßtal statt, wo der Verband seit Langem aktiv ist. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann lobte die Sudetendeutschen als "lebendige Brückenbauer in Europa" und bezeichnete sie als "vierten Stamm Bayerns". Er betonte ihren Beitrag zu Solidarität, Verständigung und Integration in der Region.
Herrmann verwies zudem auf das Mahnmal für die Vertreibungsopfer in Roßtal und nannte es eine Mahnung, künftige Konflikte zu verhindern. Die kulturelle und politische Arbeit des Verbandes reicht über seinen Standort hinaus – so wird er etwa am 23. März 2026 an der Augsburger Stadtempfang für ost- und südostdeutsche Landsmannschaften teilnehmen. Führungspersönlichkeiten wie der BdV-Landesvorsitzende Christian Knauer und der Vorsitzende der Sudetendeutschen Stiftung, Dr. Ortfried Kotzian, unterstrichen die Bedeutung der Erinnerung für die Zukunft Europas.
Politisch plant die Vereinigung, ihren Sudetendeutschen Tag erstmals in Tschechien abzuhalten – ein symbolischer Schritt in die ehemalige Heimat. Das Sudetendeutsche Museum in München, eine weitere zentrale Einrichtung, war 2023 für den Titel "Europäisches Museum des Jahres" nominiert worden und unterstreicht damit seine kulturelle Bedeutung.
Das Jubiläum machte den anhaltenden Einfluss des Verbandes in Bayern und darüber hinaus deutlich. Seine Arbeit in den Bereichen Erinnerung, kultureller Austausch und politischer Dialog prägt weiterhin seine Identität. Die Staatsregierung bekräftigte die Sudetendeutschen als unverzichtbaren Teil der bayerischen Gesellschaft.






