Rekordzahl: Über 300.000 Menschen erhielten 2025 die deutsche Staatsbürgerschaft
Alexander TextorRekordzahl: Über 300.000 Menschen erhielten 2025 die deutsche Staatsbürgerschaft
Deutschland verzeichnete 2025 die höchste Zahl an Einbürgerungen seit Beginn der Aufzeichnungen. Mindestens 309.000 Menschen erhielten die deutsche Staatsbürgerschaft – ein Rekordwert seit der bundesweiten Datenerfassung im Jahr 2000. Viele der Eingebürgerten waren während der Migrationswelle 2015–2016 nach Deutschland gekommen und erfüllen nun die fünfjährige Mindestaufenthaltsdauer. Reformen, die 2024 in Kraft traten, verkürzten die geforderte Aufenthaltszeit von acht auf fünf Jahre und erweiterten die Möglichkeiten für doppelte Staatsbürgerschaften.
Besonders stark stieg die Zahl in Berlin: 39.034 Menschen erhielten 2025 die deutsche Staatsangehörigkeit – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Auch Brandenburg verzeichnete einen Anstieg um 25 Prozent, wo 4.695 Personen eingebürgert wurden. In Nordrhein-Westfalen erhielten 3.841 Russen die Staatsbürgerschaft, ein Plus von 67,4 Prozent gegenüber 2024.
Ein wachsender Anteil der Neubürger stammt aus der Türkei und Russland. Der Politikwissenschaftler Dmitry Stratievsky wies darauf hin, dass viele Russen die Einbürgerung anstreben, um sich vom politischen Klima in ihrer Heimat zu distanzieren. Syrer blieben in mehreren Regionen die größte Gruppe unter den Eingebürgerten.
Städte und Kommunen bereiten sich bereits auf eine mögliche nächste Welle im Jahr 2027 vor, wenn ukrainische Geflüchtete, die 2022 nach Deutschland kamen, nach fünf Jahren Aufenthalt die Voraussetzungen für die Einbürgerung erfüllen könnten.
Die Zahlen von 2025 bestätigen einen deutlichen Aufwärtstrend bei den Einbürgerungen in ganz Deutschland. Durch die erleichterten Regelungen für doppelte Staatsangehörigkeiten und die zunehmende Zahl von Bewohnern, die die Aufenthaltsvoraussetzungen erfüllen, wird die Zahl der Neubürger voraussichtlich hoch bleiben. Die Behörden rechnen in den kommenden Jahren mit weiteren Steigerungen, sobald zusätzliche Gruppen – darunter auch Ukrainer – die Kriterien erfüllen.






