15 March 2026, 06:13

Polizei Schwaben startet Initiative "Polizei gegen Antisemitismus" mit Ausstellungen und Workshops

Eine Gruppe von Polizisten in Uniform steht vor einer Menge von Menschen in schwarzen Uniformen und Masken, mit einer Brücke und einem Gebäude im Hintergrund, während einer Demonstration in einer Stadt.

Polizei Schwaben startet Initiative "Polizei gegen Antisemitismus" mit Ausstellungen und Workshops

Das Polizeipräsidium Schwaben Nord hat eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto "Polizei gegen Antisemitismus" ins Leben gerufen. Die Initiative zielt darauf ab, durch Vorträge, Workshops und öffentliche Diskussionen das Bewusstsein zu schärfen und den Dialog zu fördern. Ein Höhepunkt ist eine Wanderausstellung zum modernen Antisemitismus in Bayern, die nun für Besucher geöffnet ist.

Den Auftakt bildete die Eröffnung der Ausstellung "Antisemitismus in Bayern – Judenhass heute", geleitet von Polizepräsident Martin Wilhelm. Zu den prominenten Gästen zählten Dr. Ludwig Spaenle, Barbara Schretter, Sigrid Atzmon und Tobias Eisch.

Ein Vortrag mit dem Titel "Sicherheitswahrnehmung und Antisemitismus" findet in der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Schwaben-Augsburg statt und wird von Vertretern des Polizeipräsidiums Schwaben Nord gehalten. Zudem bietet die Behörde Fortbildungsworkshops für Beamte und ziviles Personal an, um das Verständnis für das Thema zu vertiefen.

Für Führungskräfte der Polizei wurden interaktive "World Cafés" organisiert, die offene Gespräche mit Antisemitismusbeauftragten fördern sollen. Gleichzeitig werden Selbstverteidigungskurse für Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft angeboten, die in Zusammenarbeit mit der Antisemitismus-Stelle des BLKA und der Kriminalinspektion E3 entwickelt wurden.

Den Abschluss der Initiative bildet ein Benefizkonzert des Bayerischen Polizeiorchesters, dessen Erlös der Augsburger Synagoge zugutekommt. Bereits zuvor hatte das Polizeipräsidium Schwaben Nord Schulungsreihen zu "Polizei in der NS-Zeit" und "Jüdisches Leben in Augsburg" veranstaltet. Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Drei Gewalten gegen Antisemitismus" wird mit Andreas Franck, dem Leitenden Oberstaatsanwalt und Antisemitismusbeauftragten der bayerischen Justiz, stattfinden.

Die Veranstaltungen sind Teil einer umfassenden Kampagne des Polizeipräsidiums Schwaben Nord, die Antisemitismus durch Aufklärung und gesellschaftliches Engagement bekämpfen soll. Das Programm vereint öffentliche Ausstellungen, Fachvorträge und praktische Schulungen – ein Zeichen für das anhaltende Engagement gegen Hasskriminalität. Bisher sind keine vergleichbaren Initiativen anderer bayerischer Polizeibehörden bekannt.

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