Pflegereform droht höhere Eigenanteile für Heimbewohner und Familien zu bringen
Roger AdolphPflegereform droht höhere Eigenanteile für Heimbewohner und Familien zu bringen
Eine geplante Reform der deutschen Pflegeversicherung hat Sorgen über steigende Kosten für Bewohner und ihre Angehörigen ausgelöst. Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa warnte vor höheren Eigenanteilen für Menschen in stationärer Pflege. Die Debatte entzündet sich, während Gesundheitsministerin Nina Warken Mitte Mai einen Entwurf vorlegen will.
Das Bundesverfassungsgericht hatte kürzlich entschieden, dass die Beiträge der jüngeren Generation stärker in die Finanzierung der Pflege einfließen sollen. Diese Neuausrichtung könnte das bisherige gestaffelte Entlastungsmodell schwächen, das die Eigenbeteiligung nach einem Jahr Pflege schrittweise reduziert. Stattdessen sieht ein neuer Vorschlag vor, die Wartezeit auf 18 Monate zu verlängern – was dem System kurzfristig Kosten sparen könnte.
Welskop-Deffaa kritisierte den Plan scharf: Er könnte Familien dazu drängen, Vermögen an Angehörige zu übertragen, um Pflegekosten zu umgehen. Zudem betonte sie, dass die Reform weder die beitragsfreie Familienmitversicherung noch Rentenansprüche für unbezahlt Pflegende kürzen dürfe. Die Pflege in Deutschland basiert stark auf generationenübergreifender Solidarität, wobei Familien oft einen Großteil der Last tragen.
Caritas hat wiederholt auf die finanzielle Belastung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen hingewiesen. Welskop-Deffaa forderte eine stärkere Unterstützung für pflegende Familienmitglieder und bezeichnete deren Einsatz als „systemrelevant“ für die Stabilität der Pflege.
Die genauen Reformpläne wird Ministerin Warken Mitte Mai vorstellen. Falls verabschiedet, könnten die Änderungen die finanzielle Entlastung für Heimbewohner verzögern und den Druck auf ihre Familien erhöhen. Die Reform wird auch zeigen, wie sich Kosteneinsparungen mit der Unterstützung unbezahlt Pflegender vereinbaren lassen.






