Oberschleißheim: Wie Bayerns ältester Flughafen Geschichte schrieb
Alexander TextorOberschleißheim: Wie Bayerns ältester Flughafen Geschichte schrieb
Der Flugplatz Oberschleißheim – Bayerns ältester aktiver Flughafen mit über 100 Jahren Luftfahrtgeschichte
Der Flugplatz Oberschleißheim, der älteste noch betriebene Flughafen Bayerns, spielt seit mehr als einem Jahrhundert eine zentrale Rolle in der Luftfahrt. 1912 als erste militärische Flugbasis der Region gegründet, entwickelte er sich von einer Ausbildungsstätte für Kriegspiloten zu einem Standort für Ausstellungen und Rettungseinsätze in der Gegenwart.
Seine Geschichte begann 1912 als Stützpunkt der Königlich Bayerischen Fliegertruppen. Im Ersten Weltkrieg wurden hier Tausende Piloten, Beobachter und Bordschützen ausgebildet. Noch bis in die späten 1920er-Jahre blieb der militärische Fokus erhalten, als die Deutsche Verkehrsfliegerschule eine Zweigstelle eröffnete, um Flugschüler auf ihren Dienst vorzubereiten.
In den 1920er-Jahren nahm auch die zivile Nutzung zu: Flugschulen und Passagierdienste etablierten sich. Doch mit Beginn des Zweiten Weltkriegs kehrte der Platz wieder in militärische Hand zurück – diesmal als Basis der Luftwaffe. Bis Kriegsende betrieben die Nationalsozialisten hier Schulen für Jagd- und Nachtjägerpiloten.
Nach 1945 übernahmen die US-Streitkräfte die Kontrolle über den Flugplatz. Sie verwalteten ihn bis 1973, als er an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben wurde. 1981 erfolgte die vollständige Entmilitarisierung. Seit den 1950er-Jahren dient der Standort zudem dem Zivilschutz und Rettungsdiensten.
Heute beherbergt der Flugplatz eine Außenstelle des Deutschen Museums. Auf 8.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche können Besucher 74 historische Flugzeuge besichtigen. Gleichzeitig bleibt der Platz aktiv – und blickt auf 113 Jahre als Bayerns dienstältester Flughafen zurück.
Vom militärischen Übungsgelände zur öffentlichen Schau und Notfallstation: Die lange Geschichte Oberschleißheims spiegelt den Wandel der Luftfahrt wider – vom Kriegseinsatz zur zivilen Nutzung. Heute ist der Flugplatz gleichermaßen ein aktiver Standort wie ein Museum für historische Luftfahrttechnik.






