15 March 2026, 08:11

Neues EU-Grenzsystem EES startet: Biometrie ersetzt Passstempel ab 2025

Ein alter französischer Reisepass mit den Worten 'Aux Sports de la France Combattante', einem Logo und einem Stempel.

Neues EU-Grenzsystem EES startet: Biometrie ersetzt Passstempel ab 2025

Ein neues digitales Grenzsystem überwacht nun Reisende, die in die Schengen-Zone ein- und ausreisen. Das Entry/Exit System (EES) ersetzt die bisherige manuelle Passstempelung durch Echtzeit-Biometriekontrollen. Die Behörden versprechen sich davon mehr Sicherheit und weniger Betrug an Flughäfen und Grenzübergängen.

Das EES wurde Ende 2024 schrittweise eingeführt und soll 2025 voll funktionsfähig sein. Es erfasst Gesichtsbilder, Fingerabdrücke und Passdaten von Nicht-EU-Reisenden und speichert diese in einer zentralen EU-Datenbank. Damit entfällt das bisherige händische Abstempeln der Pässe.

Die Schengen-Staaten sind auf wirksame Kontrollen an den Außengrenzen angewiesen, um die Reisefreiheit innerhalb des Raums zu gewährleisten. Das System soll Identitätsbetrug aufdecken und Besucher identifizieren, die ihre erlaubte Aufenthaltsdauer überschreiten. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betonte die Bedeutung des Systems für die Migrationspolitik und bezeichnete es als zentrales Instrument – neben strengeren Landgrenzenkontrollen.

Große Flughäfen wie Nürnberg und Memmingen verzeichnen jährlich über drei Millionen Ein- und Ausreisen in den Schengen-Raum. Allein der Flughafen Nürnberg fertigte 2025 rund 4,5 Millionen Passagiere ab – ein Indiz für die Dimensionen, die das neue System bewältigen muss.

Das EES markiert den Übergang zu einer automatisierten Grenzverwaltung in der gesamten EU. Durch den Einsatz biometrischer Daten erhalten die Behörden schnellere und präzisere Informationen über Reisende. Mit der vollständigen Umsetzung 2025 werden diese Kontrollen auf alle Einreisewege – zu Land, zu Wasser und in der Luft – ausgeweitet.

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