Netzebands Theatersommer feiert 30 Jahre magische Open-Air-Kunst
Netzeband feiert seinen jährlichen Theatersommer von Mitte Juni bis Ende August
In diesem Jahr präsentiert das Open-Air-Festival eine Inszenierung von Dylan Thomas’ Unter dem Milchwald. Die Veranstaltung blickt auf eine lange Tradition zurück, die vor drei Jahrzehnten mit einem Gemeinschaftsprojekt begann, das Theater an einen ungewöhnlichen Ort brachte.
Vor 30 Jahren riefen Initiatoren die Dorfbewohner dazu auf, Puppen aus Alltagsgegenständen zu basteln. Köpfe wurden aus Styropor gefertigt, Pingpongbälle dienten als Augen. Mit diesen Kreationen entstand die erste Aufführung von Unter dem Milchwald, einem Stück, das im fiktiven walisischen Fischerdorf Llareggub spielt. Heute erinnert ein Schild in Netzeband an diese Verbindung zur ursprünglichen Geschichte.
Der Landschaftsarchitekt Horst Wagenfeld spielte eine zentrale Rolle bei der Gestaltung des einzigartigen Veranstaltungsorts. Er rettete die örtliche Kirche und die Dorfkneipe, bevor er das umliegende Gelände in ein grasbewachsenes Amphitheater verwandelte. Der Schauspieler, Regisseur und Dramatiker Frank Matthus trieb die kulturelle Wiederbelebung des Dorfs voran und gründete den Theatersommer mit dem Anspruch, einen ähnlichen Kultstatus wie Salzburgs Jedermann oder die Oberammergauer Passionsspiele zu erreichen.
Doch nicht nur das Festival macht Netzeband besonders. Die nahegelegene Kyritz-Ruppiner Heide beherbergt 79 Vogelarten, darunter 28 gefährdete. Wenn der Regionalexpress 6 den Bahnhof verlässt, erfüllt Vogelgesang die Luft. Unterdessen gibt der in den USA geborene Tenor J. Warren Mitchell vor seinem Konzert in der Temnitz-Kirche Opernarien zum Besten.
Der Theatersommer zieht weiterhin Besucher mit seinen Freilichtaufführungen und kreativen Ursprüngen an. Die Mischung aus Theater, Natur und Gemeinschaftsengagement hat Netzeband zu einem kulturellen Zielort gemacht. Die Vorstellungen und die umgebende Tierwelt bieten ein einzigartiges Erlebnis für alle Gäste.
