Münchens OB-Wahl: Reiter gegen Krause – ein offener Stichwahlkampf mit taktischen Fragen
Alexander TextorExperte: Reiter's Manöver scheint nicht glaubwürdig - Münchens OB-Wahl: Reiter gegen Krause – ein offener Stichwahlkampf mit taktischen Fragen
Münchens Oberbürgermeister-Wahl bleibt ungewiss: Dieter Reiter trifft im Stichwahlkampf auf Dominik Krause von den Grünen
Die Wahl am 22. März folgt auf Wochen politischer Verschiebungen und Kontroversen. Die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch stellt infrage, ob Reiter mit seinem jüngsten Rückzug vom FC Bayern München eine ehrliche Entscheidung traf oder ob es sich um einen taktischen Schachzug handelte.
Reiter gab sein Amt beim FC Bayern auf, nachdem er scharfe Kritik einstecken musste und im ersten Wahlgang schwächer abschnitt als erwartet. Sein Rückzug erfolgte inmitten einer Reihe von Kommunikationspannen und politischen Fehltritten, wie Münch analysiert. Sie bezeichnete seinen Abgang als ungeschickt inszeniert und zweifelte an dessen Aufrichtigkeit.
Aktuelle Umfragen zeigen Reiter mit stabilen Werten zwischen 45 und 48 Prozent, während die SPD auf 22 bis 25 und die Grünen auf 18 bis 20 Prozent kommen. Zwar verzeichnet seine Koalition leichte Zugewinne, größere Verluste blieben jedoch aus. Münch lobte zudem die Entscheidung von CSU-Chef Markus Söder, sich nach der ersten Runde nicht hinter einen Kandidaten zu stellen – ein "kluger taktischer Zug", wie sie betonte.
Die Stichwahl gilt nun als völlig offen. Münch hält Reiters Sieg keineswegs für gesichert, trotz seiner langjährigen Verankerung in der Münchner Politik.
Der Wahlkampf um das Rathaus endet am 22. März, wenn Reiter und Krause um das höchste Amt ringen. Reiters Kampagne war von Rückschlägen geprägt, doch seine Umfragewerte bleiben stabil. Entscheidend wird sein, ob die Wähler seine jüngsten Schritte als glaubwürdig bewerten – oder als politisches Kalkül.