Münchens neue Initiative Sicher unterwegs soll ÖPNV-Nutzer besser schützen
Miroslav Hofmann"Safe on the go" im Zug - Videos sollen informieren - Münchens neue Initiative Sicher unterwegs soll ÖPNV-Nutzer besser schützen
München startet Initiative Sicher unterwegs gegen wachsende Sicherheitsbedenken im ÖPNV
München hat eine neue Kampagne mit dem Namen Sicher unterwegs ins Leben gerufen, um die zunehmenden Sicherheitsprobleme in seinem öffentlichen Nahverkehr zu bekämpfen. Anlass sind Berichte, wonach sich nur 26 Prozent der jungen Frauen an Haltestellen nach Einbruch der Dunkelheit sicher fühlen – 28 Prozent von ihnen haben zudem bereits sexuelle Belästigung während der Fahrt erlebt. Die Behörden setzen nun auf eine stärkere Einbindung der Fahrgäste in die Sicherheitsvorsorge.
Die unter dem offiziellen Titel Sicher unterwegs geführte Aktion startete am 13. März 2026 mit Informationsvideos, die auf Bildschirmen in U-Bahnen und S-Bahnen gezeigt werden. Die Clips erklären, wie Reisende in Notfällen reagieren und bedrohliche Situationen erkennen können. Zudem werden verfügbare Sicherheitshilfen vorgestellt, etwa Notrufstelen mit Kameras, die mittlerweile auf allen U-Bahn-Steigen und Zwischenebenen installiert sind.
Über 15.000 Kameras überwachen derzeit die Stationen, Haltestellen und Fahrzeuge der MVG und der Deutschen Bahn in München, darunter alle U-Bahn-Linien. Die bayerische Polizei betreibt zusätzlich 30 Kameras in der Stadt, die jedoch nicht speziell auf unterirdische Bahnhöfe ausgerichtet sind. Neben dem Ausbau der Videoüberwachung umfassen die in den vergangenen Jahren eingeführten Sicherheitsmaßnahmen eine verstärkte Präsenz der DB-Sicherheitskräfte sowie den täglichen Einsatz von rund 200 Mitarbeitenden.
Kritiker monieren allerdings, dass die Kampagnenvideos nicht deutlich machen, wer die aufgeführten Hilfsmittel nutzen soll und unter welchen Umständen. Die Polizei versichert jedoch, dass Notrufe von Verkehrsknotenpunkten im Durchschnitt innerhalb von vier Minuten eine Reaktion auslösen.
Die Initiative Sicher unterwegs ist Teil einer umfassenderen Strategie, um die Sicherheit im Münchner Nahverkehr – insbesondere nachts – zu verbessern. Mit den bestehenden Überwachungssystemen und Notfallressourcen betonen die Verantwortlichen weiterhin die Bedeutung der Mithilfe der Fahrgäste bei der Meldung von Vorfällen. Der Erfolg der Kampagne wird maßgeblich von einer klareren Kommunikation und der fortlaufenden Zusammenarbeit zwischen Bürgerinnen und Bürgern sowie den Sicherheitskräften abhängen.