Klassisches Fernsehen bricht 2025 erstmals unter 50-Prozent-Marke ein
Miroslav HofmannKlassisches Fernsehen bricht 2025 erstmals unter 50-Prozent-Marke ein
August 2025 markierte einen Wendepunkt für das klassische Fernsehen. Zum ersten Mal fielen traditionelle Sender unter die 50-Prozent-Marke beim monatlichen Marktanteil. Der Wandel vollzieht sich, während Streamingdienste weiter wachsen und das Mediennutzungsverhalten in Deutschland grundlegend verändern.
Der Rückgang des klassischen Fernsehens ist dramatisch. Die Empfangswege über Kabel, Satellit und Antenne verlieren an Bedeutung: Nur noch 28 Prozent der Haushalte nutzen Kabelanschlüsse, 30 Prozent greifen auf Satellit zurück. Gleichzeitig bleibt der TV-Werbemarkt im August 2025 tief im Minus – eine Besserung ist nicht in Sicht.
Die Zuschauerzahlen sinken in allen Altersgruppen, am stärksten jedoch bei den 14- bis 29-Jährigen. Eine Deloitte-Studie aus dem Jahr 2025 ergab, dass 57 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass Streaming das lineare Fernsehen bald überholen wird. Dieser Trend passt zum Aufstieg von BVoD (Broadcast Video on Demand), bei dem Inhalte zunehmend zuerst in Mediatheken veröffentlicht werden statt nach festen Sendeplänen.
Die Streamingplattformen profitieren von dieser Entwicklung. Laut Prognosen des Branchenverbands VAUNET wird die Zahl der bezahlten Abonnements bis Ende 2025 auf 23,2 Millionen steigen. Auch öffentliche Rundfunkanstalten verzeichnen mit ihren eigenen Streamingangeboten Erfolge und erreichen wachsende Zuschauerzahlen. Im März 2025 startete das ZDF seine Mediathek unter dem Motto „ZDF für alle“ neu – ein Schritt, um sich den veränderten Sehgewohnheiten anzupassen.
Kritiker verweisen auf die Schwierigkeiten des klassischen Fernsehens, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Moderatorin Jeannine Michaelsen äußerte 2025, „dem Fernsehen gehen die guten Formate aus“ – ein Statement, das die breiteren Bedenken zur Qualität des linearen Programms widerspiegelt.
Die Zahlen belegen einen klaren Trend: Weg vom traditionellen Fernsehen, hin zu Streaming und On-Demand-Angeboten. Während die Nutzerzahlen für Abodienste steigen und jüngere Zielgruppen zunehmend digitale Plattformen bevorzugen, steht das klassische TV vor einer ungewissen Zukunft. Die Branche setzt nun alles daran, sich in einem Markt zu behaupten, in dem digitale Formate die Sehgewohnheiten dominieren.






