Kirchen als kühle Zuflucht: Berliner Gemeinden öffnen ihre Türen während Hitzewellen
Stjepan StaudeKirchen als kühle Zuflucht: Berliner Gemeinden öffnen ihre Türen während Hitzewellen
Kirchen in Berlin und Brandenburg sollen während Hitzewellen ihre kühlen Räume für die Öffentlichkeit öffnen
Religiöse Führungskräfte rufen Gemeinden dazu auf, ihre Gebäude trotz finanzieller und sicherheitstechnischer Herausforderungen zugänglich zu machen. Der Appell kommt zu einer Zeit, in der die Temperaturen steigen und die Nachfrage nach kühlen Rückzugsorten wächst.
Die katholischen und evangelischen Kirchen in der Region haben ihre Mitgliedsgemeinden aufgefordert, ihre Türen für Menschen zu öffnen, die Abkühlung suchen. Sakralbauten bleiben oft von Natur aus kühl – dank ihrer dicken Mauern und hohen Decken.
Doch viele Kirchen sind aus Angst vor Diebstahl und Vandalismus verschlossen. Nur 13 evangelische Kirchen in Berlin haben derzeit werktags durchgehend geöffnet, einige weitere stehen unter bestimmten Bedingungen zur Verfügung. Die Marienkirche bleibt dank des stetigen Touristenstroms und der damit verbundenen Einnahmen täglich geöffnet. Auch die Apostel-Paulus-Kirche in Schöneberg ist ganzjährig zugänglich – getragen von ehrenamtlichen Helfern.
Die Wichernkirche in Spandau hat zwar ihre Türen geöffnet, verzeichnet aber noch keinen spürbaren Anstieg an Besuchern, die Schutz vor der Hitze suchen. Gleichzeitig sind die finanziellen Mittel der Gemeinden begrenzt, um ihre Kirchen während Hitzewellen offen zu halten.
Die Opposition kritisiert den Senat dafür, dass er nicht genug kühle öffentliche Räume während Hitzeperioden bereitstellt. Der Co-Vorsitzende der Grünen, Werner Graf, schlägt zudem vor, klimatisierte Museen bei extremer Hitze kostenlos zu öffnen. Die Debatte zeigt: Die Stadt braucht dringend mehr zugängliche Kühlmöglichkeiten.
