Gräfrath-Marktfest führt Eintrittsgeld ein – Senioren protestieren gegen soziale Ausgrenzung
Miroslav HofmannGräfrath-Marktfest führt Eintrittsgeld ein – Senioren protestieren gegen soziale Ausgrenzung
Erstmals Eintrittsgeld beim Gräfrath-Marktfest in Solingen – Senioren protestieren gegen neue Kosten
Nach fast 50 Jahren ohne Eintrittsgeld führt das Gräfrath-Marktfest in Solingen erstmals eine Gebühr ein – und stößt damit bei Seniorenverbänden auf scharfe Kritik. Für den Besuch des traditionellen Festes werden nun 10 Euro verlangt. Besonders ältere Bürger mit festem Einkommen befürchten, sich den Besuch künftig nicht mehr leisten zu können.
Der Solinger Seniorenbeirat, insbesondere seine Arbeitsgruppe gegen Altersarmut, verurteilt die neue Regelung. Die 10 Euro Eintritt – von denen lediglich 2 Euro als Essensgutschein zurückerstattet werden – belasteten Rentner unzumutbar, die ohnehin oft am Existenzminimum leben. Altersarmut sei in der Stadt längst keine Seltenheit mehr, viele Senioren müssten mit knappen Mitteln ihren Lebensunterhalt bestreiten.
Die Veranstalter rechtfertigen die Gebühr mit steigenden Sicherheitskosten. Kritiker hingegen fragen, warum die Besucher diese Last tragen sollen. Der Seniorenbeirat fordert Alternativen wie gestaffelte Preise, Ermäßigungen für ältere Gäste oder höhere städtische Zuschüsse, um das Fest für alle zugänglich zu halten.
Gerade für ältere Menschen hat das Marktfest einen besonderen Stellenwert: Es bietet Gelegenheiten zum Austausch und hilft gegen Einsamkeit. Zwar plant die Organisation einen kostenlosen Familientag am Sonntag, doch der Beirat hält dagegen, dass dies alleinstehenden Senioren wenig nütze, die an anderen Tagen teilnehmen möchten. Die Debatte berührt damit grundsätzliche Fragen: Wie viel darf Gemeinschaft kosten – und wer muss die Finanzierung tragen?
Die Einführung des Eintrittsgelds markiert einen Einschchnitt für das langjährige Fest und könnte sein Gesicht verändern. Ohne Anpassungen droht vielen älteren Besuchern, die das Marktfest traditionell als sozialen Treffpunkt nutzen, der Ausschluss. Der Seniorenbeirat pocht weiterhin auf Lösungen, die wirtschaftliche Notwendigkeiten mit sozialer Teilhabe in Einklang bringen.






