Geraubter Salzstreuer kehrt nach 80 Jahren zu Hirsch-Nachfahrin zurück

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Ein älter Mann in einem Hemd hölt ein Glas und lächelt, neben einer Frau in einem blauen Kleid mit Ohrringen und einer Kette, ebenfalls ein Glas haltend, mit Medaillen und einem Kalender im Hintergrund.

Geraubter Salzstreuer kehrt nach 80 Jahren zu Hirsch-Nachfahrin zurück

Ein Symbol des Friedens und der Freundschaft

Das offizielle Internetportal der Stadt Landshut, der Regierungsstadt Niederbayerns.

  1. Oktober 2023

Schlagwörter: Politik, Allgemeines, Kriminalität und Justiz

Eine silberne Salzstreuerin, die einer jüdischen Familie 1939 von den Nationalsozialisten geraubt wurde, ist nach 80 Jahren an die Nachkommen zurückgegeben worden. Miriam Landor, eine Verwandte des ursprünglichen Besitzers, reiste aus Schottland an, um das Stück einem örtlichen Museum für eine bevorstehende Ausstellung zu überlassen.

Der Gegenstand gehörte einst Adolf Hirsch, der 1943 im Holocaust ums Leben kam.

Im Jahr 1939 wurden Juden in ganz Deutschland gezwungen, wertvolle Metallgegenstände nach den NS-Verordnungen abzugeben. Adolf Hirsch, ein jüdischer Händler aus Landshut, übergab seinen silbernen Salzstreuer im Februar jenes Jahres an das Münchner Leihamt. Wie die meisten beschlagnahmten Objekte sollte er vermutlich für die Kriegsfinanzierung eingeschmolzen werden.

Doch dieser Salzstreuer überstand die Zeit. Er gelangte in die Sammlung des Bayerischen Nationalmuseums, wo Provenienzforscher ihn später als Eigentum der Familie Hirsch identifizierten. Nach der Ermittlung der rechtmäßigen Erben gab das Museum den Salzstreuer – nun unter der Inventarnummer 55 – zusammen mit 110 weiteren restituierten Objekten zurück.

Miriam Landor, eine Nachfahrin von Adolf Hirsch, nahm den Salzstreuer entgegen und bezeichnete ihn als ein "vollkommenes Symbol" für Frieden und Freundschaft in der jüdischen Tradition. Während ihres Besuchs in Landshut empfing sie der zweite Bürgermeister, Dr. Thomas Haslinger, und nannte den Anlass eine "Ehre für die Stadt". Er betonte, wie wichtig es sei, das Leid der Juden unter dem Nationalsozialismus nicht zu vergessen.

Der Salzstreuer wird nun im LANDSHUTmuseum als Teil der Ausstellung "Landshut im Nationalsozialismus" zu sehen sein. Seine Präsentation fällt mit dem 27. Januar zusammen, dem jährlichen Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

Die silberne Salzstreuerin wird Teil einer Dauerausstellung, die die Geschichte Landshuts unter der NS-Herrschaft dokumentiert. Ihre Rückgabe zählt zu den wenigen Fällen, in denen geraubtes jüdisches Eigentum erfolgreich ermittelt und restituiert werden konnte. Die Ausstellung des Museums soll das Andenken an Opfer wie Adolf Hirsch und das Unrecht, das ihnen widerfuhr, bewahren.

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