04 April 2026, 00:48

Europa will technologische Unabhängigkeit – doch zu welchem Preis?

Ein Plakat mit der Aufschrift 'Nationales Cyber-Range' in fetter weißer Schrift auf einem blauen Hintergrund, das eine Weltkugel mit verbundenen Computern zeigt.

Europa will technologische Unabhängigkeit – doch zu welchem Preis?

Europa treibt seine Pläne voran, die Abhängigkeit von ausländischer Technologie, insbesondere aus den USA, zu verringern. Dieser Schritt folgt wachsenden Bedenken über die Vorherrschaft amerikanischer Unternehmen in Schlüsselsektoren wie Cloud-Computing und Raumfahrttechnologie. Befürworter argumentieren, dass eine geringere Abhängigkeit Europas Kontrolle über seine digitale Zukunft stärken werde, doch Kritiker warnen, dass dieser Kurs neue Risiken mit sich bringen könnte.

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Die Europäische Kommission wird noch in diesem Frühjahr ein 'Technologische Souveränität'-Paket vorlegen, um europäische Alternativen zu fördern. Die Strategie zielt auf Anbieter ab, die als riskant eingestuft werden – unabhängig von ihrem Herkunftsland. Dazu zählen große US-Unternehmen wie Amazon Web Services, Google und SpaceX' Starlink, die derzeit Europas technologische Infrastruktur dominieren.

Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) testet bereits souveräne Cloud-Dienste von Anbietern wie AWS und Google. Ziel ist es zu prüfen, ob europäische Lösungen die Sicherheitsanforderungen erfüllen können, ohne dabei an Leistung einzubüßen. Gleichzeitig hat der EU-Chips-Act das österreichische CHAMP-ION-Projekt mit 50 Millionen Euro gefördert, eine Initiative zur Herstellung von Ionenfallen-Chips für die Quantencomputing-Forschung. Über 30 Millionen Euro fließen in den Ausbau von Produktion, Ausbildung und Servicenetzen – im Einklang mit Österreichs Digitalisierungsstrategie bis 2030.

US-Beamte zeigen sich skeptisch und fordern Europa auf, sich stattdessen auf China zu konzentrieren. Sean Cairncross, der nationale Cyberdirektor der USA, betonte, dass chinesische Technologie aufgrund von Überwachungs- und Spionagebedenken ein weit größeres Risiko darstelle. Sowohl die USA als auch Europa arbeiten derzeit an Maßnahmen, um chinesische Anbieter aus kritischen Lieferketten auszuschließen.

Doch europäische Cybersicherheitsbehörden bleiben vorsichtig, was die Auslagerung von Kontrolle angeht. Sie argumentieren, dass die Abhängigkeit von nicht-europäischer Technologie den Block anfällig für externe Regeln und Einflüsse mache. Einige Experten warnen jedoch, dass eine zu starke Betonung der Souveränität auf Kosten der Qualität die Cyberabwehr Europas schwächen und das Land zu einem leichteren Ziel für Angriffe machen könnte.

Die EU-Strategie wird schrittweise umgesetzt, beginnend mit dem 'Technologische Souveränität'-Paket in diesem Frühjahr. Das österreichische Quantenchip-Projekt ist einer der ersten konkreten Schritte im Rahmen des EU-Chips-Act. Während die USA Europa auffordern, sich auf die Bedrohung durch China zu konzentrieren, deutet der Kurs der Union auf eine langfristige Neuausrichtung hin – sowohl in der Technologiepolitik als auch in der Sicherheitspolitik.

AKTUALISIERUNG

Upcoming AI Conferences Highlight Europe's Push for Tech Sovereignty

Europe's drive for digital independence is gaining momentum through high-profile industry events. Key conferences this year will focus on sovereign AI and quantum computing:

  • The RAISE Summit (8–9 July, Paris) will address sovereign AI strategies alongside agentic systems.
  • World Summit AI (7–8 October, Amsterdam) will explore AI ethics and regulatory frameworks.
  • GITEX AI EUROPE (30 June–1 July, Berlin) will showcase AI applications in HealthTech and Smart Cities.