04 April 2026, 08:12

EU investiert 115 Millionen Euro in KI- und Quanten-Technologien für mehr digitale Souveränität

Diagramm eines Cloud-Computing-Systems mit mehreren Geräten (Laptop, Handy, Tablet), die sicher über Schlösser verbunden sind und den Zugriff auf Anwendungen und Daten von jedem vernetzten Gerät veranschaulichen.

EU investiert 115 Millionen Euro in KI- und Quanten-Technologien für mehr digitale Souveränität

Die Europäische Union hat ein 115-Millionen-Euro-Programm gestartet, um Innovationen im Bereich der Verteidigungstechnologie – insbesondere in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI) und Quantencomputing – zu beschleunigen. Das AGILE-Programm richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und soll Prototypen innerhalb von ein bis drei Jahren in marktfähige Lösungen verwandeln. Gleichzeitig unterstreichen private Initiativen wie das neue KI-Rechenzentrum von Deutsche Telekom und Nvidia in München den europäischen Kurs in Richtung digitaler Souveränität.

Das AGILE-Programm ist Teil einer umfassenderen EU-Strategie zur Stärkung der heimischen Technologiekompetenz. Es ist verknüpft mit dem EU-Chips-Gesetz und dem Gesetz über digitale Netze, die die Halbleiterproduktion und sichere digitale Infrastrukturen fördern. Ein weiterer zentraler Baustein ist die IPCEI-AST-Initiative (Important Project of Common European Interest on Advanced Semiconductor Technologies), die sich auf die Entwicklung fortschrittlicher europäischer KI-Chips und Chiplets konzentriert. Ergänzt wird dies durch die EU-KI-Champions-Initiative, die über 140 Unternehmen und Investoren zusammenbringt, um die regionale Innovation voranzutreiben.

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Trotz dieser Maßnahmen hinkt Europa den USA bei der Verbreitung von KI-Chips deutlich hinterher: Während 70 Prozent aller KI-Chips in den USA eingesetzt werden, sind es in Europa nur fünf Prozent. Die EU setzt dabei nicht auf eine kommerzielle Vorherrschaft nach US-Vorbild – etwa wie bei Nvidia –, sondern auf eine regulierte, souveräne Produktion.

In Deutschland bauen Deutsche Telekom und Nvidia in München die Industrial-AI-Cloud auf, ein Rechenzentrum mit 10.000 Blackwell-Grafikprozessoren (GPUs), das kleinen und mittleren Unternehmen Hochleistungsrechenkapazitäten bieten soll. Ein zentrales Merkmal ist der strenge Datenschutz: Sämtliche Daten bleiben in Deutschland und unterliegen den hiesigen Vorschriften.

Unterdessen treibt Google eigene Rechenzentrumsprojekte voran. Im Rahmen von Project Suncatcher sind solarbetriebene Orbital-Rechenzentren geplant, während eine neue Anlage auf der Weihnachtsinsel dem US-Verteidigungsministerium dienen soll.

In anderen Nachrichten feierte der Podcast "KI in der Finanzwelt" seine 50. Folge, moderiert von Sascha und Maik. Die jüngste Ausgabe beleuchtete die wachsende Rolle von KI im Finanzsektor. OpenAI hingegen prognostiziert zwar Umsätze in Höhe von 13 Milliarden US-Dollar, sieht sich aber mit Betriebskosten von fast einer Billion Dollar konfrontiert.

Das AGILE-Programm und private Vorhaben wie die Industrial-AI-Cloud zeigen den europäischen Willen, die Abhängigkeit von ausländischer Technologie zu verringern. Die Initiativen zielen darauf ab, KMU schnelleren Zugang zu Spitzenrechnerleistungen zu ermöglichen – bei gleichzeitiger lokaler Datenhoheit. Dennoch bleibt die USA bei der Verbreitung von KI-Chips klar führend, während Europa weiterhin auf den Aufbau eines selbstständigen, regulierten Ökosystems setzt.

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