Entwicklungshilfe: Deutschlands strategischer Einfluss droht zu schwinden
Roger AdolphUngewöhnliche Allianz fordert mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit - Entwicklungshilfe: Deutschlands strategischer Einfluss droht zu schwinden
Deutschlands Ausgaben für Entwicklungshilfe sind seit 2020 stark gesunken – von einem Höchststand von rund 11 bis 12 Milliarden Euro pro Jahr. Der Rückgang ist auf Haushaltskürzungen und veränderte Prioritäten zurückzuführen, wobei für 2026 weitere Einschnitte erwartet werden. Nun warnen Spitzenpolitiker, dass das Land einen zentralen strategischen Vorteil zu verlieren droht.
Ein neues Positionspapier, verfasst von der CDU-Politikerin Annegret Kramp-Karrenbauer, dem CSU-Politiker Gerd Müller und dem Ökonomen Moritz Schularick, fordert eine Umkehr des Trends. Das Dokument kritisiert die jüngsten Kürzungen und argumentiert, dass Deutschlands "weiche Macht" in der Entwicklungshilfe ein "strategischer Wettbewerbsvorteil" sei, der erhalten bleiben müsse. Zudem betont es, dass Sicherheit von stabilen Institutionen, Partnerschaften und nachhaltigen Entwicklungsanstrengungen abhängt.
Bundesministerin Reem Alabali-Radovan (SPD) unterstützt die Forderungen des Papiers und unterstreicht die Notwendigkeit, Entwicklungspolitik, Diplomatie und Verteidigung enger zu verzahnen. Ihre Zustimmung folgt auf Warnungen des früheren Entwicklungsministers Gerd Müller, der wiederholt die Besorgnis über den schrumpfenden Etat geäußert hat.
Auch in der CDU zeigt sich Parteichef Friedrich Merz offen für eine Aufstockung der Mittel. Unionspolitiker schließen sich zunehmend den Rufe nach einer Stärkung der Entwicklungshilfe an und warnen, dass weitere Kürzungen Deutschlands globalen Einfluss schwächen würden.
Der Haushalt für Entwicklungshilfe hatte 2019–2020 den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten erreicht. Doch bis 2025 waren die Ausgaben bereits gesunken, und die Prognosen für 2026 deuten auf noch tiefere Einschnitte hin – sofern nicht gegengesteuert wird.
Das Positionspapier und die politische Unterstützung verdeutlichen den wachsenden Druck, den Rückgang der Entwicklungsgelder zu stoppen. Ohne Gegenmaßnahmen könnte Deutschlands Rolle in der globalen Hilfe weiter schrumpfen. Die Debatte dreht sich nun darum, ob die Regierung ihre Haushaltsprioritäten anpassen wird.
Development Minister Announces Reform to Align Aid with National Interests
Minister Reem Alabali-Radovan has outlined a reform plan for Germany's development cooperation, positioning it as strategic, focused, and partnership-oriented. The changes aim to strengthen ties with the Global South while directly serving national security and economic goals. Annegret Kramp-Karrenbauer noted the reform adopts key recommendations from the 2025 expert commission, including expanded ministerial coordination and trade policy integration. The 2026 budget draft, however, faces criticism for contradicting these priorities by proposing further aid cuts.






