Ein Niedersachse kämpft für einen Bahn-Halt in Bayern – aus 700 km Entfernung
Alexander TextorEin Niedersachse kämpft für einen Bahn-Halt in Bayern – aus 700 km Entfernung
Ein Gemeinderat aus Niedersachsen hat sich in Bayern für eine ungewöhnliche Sache eingesetzt. Michael Kalis, der über 700 Kilometer entfernt lebt, kämpft für einen neuen Haltepunkt in Holzhausen an der Ammerseebahn. Seine Kampagne wurde sogar im Verkehrsausschuss des bayerischen Landtags diskutiert.
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf Lücken im lokalen Nahverkehr, insbesondere in der Nähe des Bildungszentrums Holzhausen der Bayerischen Verwaltungsschule. Obwohl die Einrichtung direkt an den Gleisen liegt, gibt es derzeit keinen nahen Bahnhof.
Kalis, Gemeinderat aus Wietzendorf, reist regelmäßig mit der Bahn durch Deutschland. Sein Engagement für die Ammerseebahn begann, nachdem er eine Petition für einen Haltepunkt in Holzhausen eingereicht hatte. Der Vorschlag fand so viel Beachtung, dass er im bayerischen Verkehrsausschuss debattiert wurde.
Die Augsburger Nachrichten fragten sich, warum sich jemand aus so großer Entfernung in die Angelegenheit einmische. Doch Kalis betont, dass sein Fokus auf der Ammerseebahn seine Sorgen um eine andere problematische Strecke nicht verdrängt – die Heidebahn in Niedersachsen. Diese nutzt er häufig und beschreibt sie als in einem chaotischen Zustand. Seit dem 14. Juni wird der Regionalbahn-Verkehr RB 37 dort durch Busse ersetzt.
Kalis schrieb auch an die niedersächsische Landesregierung, um auf die Probleme der Heidebahn aufmerksam zu machen. Bisher blieb eine Antwort aus. Währenddessen bedient die Ammerseebahn weiterhin Stationen wie Utting, bekannt für ihre malerische Aussicht auf den Ammersee und die Alpen. Holzhausen jedoch, trotz seines Bildungszentrums, bleibt ohne Haltestelle.
Die Petition für einen Bahnhof in Holzhausen hat die lokalen Verkehrsbedürfnisse in den Fokus gerückt. Sollte sie genehmigt werden, könnte sie die Anbindung für Studierende und Anwohner in der Nähe der Bayerischen Verwaltungsschule verbessern. Vorerst setzt sich Kalis weiterhin für Veränderungen auf zwei verschiedenen Bahnstrecken ein – eine in Bayern und eine in seiner Heimatregion.






