CSU fordert Atom-Debatte neu: Soll Deutschland kleine Reaktoren nutzen?
Miroslav HofmannCSU-Generalsekretär plädiert für den Bau kleiner Kernkraftwerke - CSU fordert Atom-Debatte neu: Soll Deutschland kleine Reaktoren nutzen?
CSU-Generalsekretär Martin Huber hat Deutschland aufgefordert, seine Atompolitik zu überdenken und kleine modulare Reaktoren (SMR) in die Energieplanung einzubeziehen. Seine Begründung: Diese modernen Technologien seien bei dem früheren Beschluss zum Atomausstieg noch nicht berücksichtigt worden. Damit stellt er sich deutlich gegen Bundeskanzler Friedrich Merz, der den Ausstiegsbeschluss für endgültig hält.
Huber sieht in SMR eine Lösung, um den steigenden Energiebedarf durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz zu decken. Er verwies auf große Technologiekonzerne wie Meta und Amazon, die bereits Datenzentren mit Strom aus solchen Reaktoren planen. Weltweit sind derzeit nur vier SMR in Betrieb – zwei in Russland, einer in China und einer in Japan. China gilt dabei als Vorreiter in der Entwicklung.
Neben den SMR spricht sich Huber auch für die Kernfusion als langfristige Energiequelle aus. Eine stabile Stromversorgung sei seiner Meinung nach entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu sichern. Seine Zuversicht speist sich unter anderem aus einer vermeintlichen Haltungswende in der EU, für die er jüngste Äußerungen von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als Beleg anführt.
Trotz Hubers Vorstoß hält Merz' CDU am beschlossenen Atomausstieg fest. Huber hingegen betont, dass die ursprüngliche Entscheidung nur große Reaktoren betraf und damit Spielraum für neuere, kleinere Technologien bleibe.
Sein Vorschlag würde eine deutliche Kehrtwende in der deutschen Energiestrategie bedeuten. Sollte er umgesetzt werden, könnte Deutschland zu den Ländern wie China, Russland und den USA aufschließen, die bereits an der nächsten Generation der Atomkraft arbeiten. Die Debatte bleibt vorerst offen, während Politik und Wirtschaft die Optionen abwägen.