Berlins Buchstabenmuseum schließt – das Ende einer neonleuchtenden Ära nach 20 Jahren
Roger AdolphBerlins Buchstabenmuseum schließt – das Ende einer neonleuchtenden Ära nach 20 Jahren
Berlins Buchstabenmuseum schließt nach zwei Jahrzehnten der Bewahrung der Neon-Geschichte der Stadt
Am Montag wird das Buchstabenmuseum in Berlin seine Türen für immer schließen – nach 20 Jahren, in denen es das neonleuchtende Erbe der Stadt bewahrt hat. Die Sammlung umfasst rund 3.500 Neonbuchstaben und -schilder, darunter ikonische Stücke wie den "Dekorativen Fisch" aus DDR-Zeiten. Steigende Kosten und rückläufige Besucherzahlen seit der Pandemie haben die Schließung erzwungen.
Das Museum entstand Anfang der 2000er-Jahre auf Initiative der Gründerin Barbara Dechant, die ein Team aus Ehrenamtlichen und einen Verein mit 120 Mitgliedern leitete. Zu den Unterstützern zählte auch der Schriftgestalter Lucas de Groot, bekannt als Schöpfer der Schriftart dieser Zeitung. Dank ihres Engagements wurden zahlreiche Neonreklamen vor dem Verschwinden gerettet – darunter der "Dekorative Fisch", der ursprünglich in den 1980er-Jahren für ein Zoogeschäft gefertigt worden war.
Das Schild des "Dekorativen Fischs" erleuchtete einst 40 Jahre lang ein Hochhaus am Frankfurter Tor in Friedrichshain. Nach seinem Abbau entstand um 1999 eine Replik, während das Original in die Museumssammlung aufgenommen wurde. Weitere bemerkenswerte Exponate sind das Schild des "Möbelhauses Kern", das einen Einblick in das Design der DDR-Zeit bietet.
Trotz seines kulturellen Werts kämpft das Museum seit der COVID-19-Pandemie mit halbierten Besucherzahlen und explodierenden Energiekosten. Da die finanziellen Mittel nun aufgebraucht sind, suchen Dechant und ihr Team nach Lagerräumen und einer neuen Institution, die die Sammlung übernehmen könnte. Bis Ende des Jahres bleibt das Museum noch an seinem aktuellen Standort in der Nähe des Bahnhofs Bellevue – doch ein neuer Standort steht noch nicht fest.
Die Schließung wirft die Frage nach der Zukunft der 3.500 Neonbuchstaben und -schilder auf. Dechants Team bemüht sich weiterhin um Lösungen, um die Sammlung zu erhalten. Ohne ein neues Zuhause könnte ein Stück Berlins leuchtender Geschichte für immer verblassen.






