Bayerns Zuckerrübenbauern müssen bis 2026 Flächen um 25 Prozent kürzen
Miroslav HofmannZu viele Zuckerrüben auf dem Markt - Bayerns Zuckerrübenbauern müssen bis 2026 Flächen um 25 Prozent kürzen
Bayerns Zuckerrübenbauern stehen vor Druck: Bis 2026 sollen sie ihre Anbauflächen um bis zu 25 Prozent reduzieren
Der globale Zuckerüberschuss drückt die Preise, während Krankheitsausbrüche und unberechenbares Wetter die Herausforderungen für die Landwirte verschärfen.
Die vertrauten, abgedeckten Rübenmieten prägen zwar noch bis zum Frühling das Bild in ländlichen Gebieten – doch für die Erzeuger in der Region zeichnen sich tiefgreifende Veränderungen ab.
Die diesjährige Ernte fällt gemischt aus: Während die Bestände in den Regionen Augsburg und Plattling mit hohem Zuckergehalt überzeugten, verzögerten heftige Regenfälle die Arbeiten im nordwestlichen Bayern. Normalerweise erstreckt sich die Ernte von September bis Mitte November, doch die nassen Bedingungen brachten den Zeitplan in diesem Jahr durcheinander. Die Verarbeitung läuft noch bis Ende Januar, wenn alle Rüben zu Zucker verarbeitet sein müssen.
Auch Krankheiten setzen den Bauern zu: Das Syndrom Basses Richesses (SBR) und die Stolbur-Krankheit breiten sich rasant aus – besonders in Nordbayern sowie um Ingolstadt und Regensburg. Diese Infektionen mindern sowohl Erträge als auch Zuckergehalt und belasten eine ohnehin schwierige Saison zusätzlich.
Der weltweite Markt hat sich seit Russlands Angriff auf die Ukraine 2022 dramatisch verändert. Zunächst brachen die ukrainischen Zuckerexporte ein, doch bereits Mitte 2022 erholten sich die Lieferungen deutlich. Zwischen 2023 und 2025 erreichten die monatlichen Ausfuhren mit rund 75.000 Tonnen Rekordwerte und trugen so zur Stabilisierung der globalen Produktion bei. Trotz Wetterproblemen in anderen Regionen stieg die weltweite Erzeugung leicht von 180 Millionen Tonnen (2021/22) auf etwa 185 Millionen Tonnen (2024/25). Die zusätzlichen 0,5 bis 1 Million Tonnen aus der Ukraine pro Jahr verstärkten den Überschuss, der nun die europäischen Märkte flutet.
Als Reaktion darauf hat die Südzucker AG die bayerischen Landwirte aufgefordert, im kommenden Jahr den Rübenanbau einzuschränken. Das Unternehmen warnt: Ohne eine Verringerung der Flächen würden die Preise weiter unter Druck bleiben – was bis 2026 zu weiteren Anpassungen zwingen könnte.
Nun müssen die Bauern entscheiden, wie sie sich anpassen. Eine Verkleinerung der Anbauflächen um 20 bis 25 Prozent könnte das Angebot ausbalancieren – doch Krankheiten und Wetter werden auch die nächste Ernte prägen. Die abgedeckten Mieten, die die Landschaft säumen, sind Mahnmal und Zeichen zugleich: Der Wandel kommt, sei es durch politische Vorgaben oder die Unberechenbarkeit der Natur.