Bayerns erster Cannabis-Anbauverein scheitert erneut an bürokratischen Hürden
Stjepan StaudeBayerns erster Cannabis-Anbauverein scheitert erneut an bürokratischen Hürden
Bayerns erster lizenzierter Cannabis-Anbauverein scheitert erneut an Ausgabe legal gezüchteter Ware
Der Buds Collective e.V. aus Grafenwöhr, Bayerns erster zugelassener Cannabis-Anbauverein, ist bei dem Versuch, legal produziertes Cannabis an seine Mitglieder zu verteilen, erneut von den Behörden gestoppt worden. Der Vorfall ist nur der jüngste Rückschlag für Vereine, die unter den deutschen Teillegalisierungsregeln operieren wollen.
Bundesweit versorgen mittlerweile rund 350 Cannabis Social Clubs (CSCs) ihre Mitglieder mit legal angebautem Cannabis. Doch in Bayern hat es bisher kein einziger Verein geschafft, eine Ausgabe erfolgreich abzuschließen – trotz gültiger Lizenzen.
Der Buds Collective e.V. hatte als erster Anbauverein in der Oberpfalz nach einem langwierigen Genehmigungsverfahren die Zulassung erhalten. Um Bayerns strenge Vorschriften zu umgehen, baute der Verein sein Cannabis sogar im benachbartem Sachsen an, wo die Regelungen weniger restriktiv sind. Als der Verein jedoch versuchte, die Ware in Grafenwöhr an die Mitglieder zu verteilen, griff das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ein.
Das LGL erklärte die Räumlichkeiten in Grafenwöhr für ungeeignet und drohte mit Bußgeldern von bis zu 30.000 Euro. Zudem ist für den Transport von mehr als 25 Gramm Cannabis zwischen Standorten eine offizielle Genehmigung erforderlich – eine Hürde, die der Verein nicht genommen hatte. Vereinsvorsitzender Christian Pschierer plant nun einen zweiten Anlauf für den 29. November und versichert, diesmal alle rechtlichen Vorgaben vollständig einzuhalten.
Bayerns Vorgehen steht in der Kritik, da der Freistaat zwar über den anhaltenden Schwarzmarkt klagt, gleichzeitig aber den legalen Markt durch bürokratische Hindernisse ausbremst. Ein weiterer Verein, Franken Cannabis, musste schließen, nachdem er seine erste Charge ohne die erforderlichen Baugenehmigungen ausgegeben hatte. Behörden vertagen regelmäßig Fristen, führen willkürliche Kontrollen durch und stellen lizenzierten Anbauern bürokratische Fallstricke in den Weg.
Das Bild in anderen Bundesländern sieht anders aus: Seit der Teillegalisierung arbeiten bundesweit etwa 350 CSCs legal – mit regional sehr unterschiedlichen Zahlen, von 113 Vereinen in Nordrhein-Westfalen bis zu 29 im Raum Köln. Sieben Clubs in Hamburg konnten 2025 erfolgreich ernten. In Bayern jedoch stecken die Vereine weiterhin in einem Machtkampf mit den Behörden fest – die Mitglieder bleiben ohne legalen Zugang zu ihrem Cannabis.
Die Blockade gegen den Buds Collective e.V. bedeutet, dass Bayerns lizenzierte Vereine weiterhin kein Cannabis ausgeben dürfen – obwohl sie über alle notwendigen Genehmigungen verfügen. Der nächste Versuch des Vereins ist für Ende November geplant, diesmal mit strikter Einhaltung aller Auflagen. Doch die anhaltende Obstruktion des Freistaats treibt die Mitglieder weiter in Richtung unregulierter Bezugsquellen.






