Aschura-Marsch in Berlin: Warum Kinder bei Hitze aneinandergebunden wurden
Alexander TextorAschura-Marsch in Berlin: Warum Kinder bei Hitze aneinandergebunden wurden
Eine schiitische religiöse Kundgebung in Berlin hat für Kontroversen gesorgt, nachdem Kinder bei einer Nachstellung eines historischen Ereignisses aneinandergebunden wurden. Der Aschura-Marsch, der bei extremer Hitze stattfand, zog Kritik von Politikern und Menschenrechtsorganisationen auf sich, insbesondere wegen der Einbindung von Minderjährigen in die Darstellung.
Die Veranstaltung fand bei Temperaturen von bis zu 40°C statt. Die Organisatoren unterbrachen den Umzug mehrmals, damit die Teilnehmer im Schatten rasten und Wasser trinken konnten. Mehrere Personen mussten wegen hitzebedingter Beschwerden medizinisch versorgt werden.
Der Marsch gedachte des Märtyrertods von Imam Hussein und sollte gleichzeitig Solidarität mit unterdrückten Menschen weltweit ausdrücken. Die Polizei hatte sich vorab mit den Organisatoren und dem Veranstalter getroffen, bevor sie die umstrittene Nachstellung verbot. Die Demonstration selbst verlief friedlich, wobei weder in den Parolen noch auf Transparenten oder Fahnen strafrechtlich relevante Inhalte festgestellt wurden.
Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus verurteilte den Marsch als islamistisch und warf ihm vor, Symbole zu unterstützen, die mit islamistischem Terror in Verbindung stehen. Berlins Innensenatorin Iris Spranger bezeichnete die Einbindung von Kindern in die Nachstellung als „absolut inakzeptabel“ und kritisierte ihre Instrumentalisierung bei solchen Veranstaltungen.
Rund 600 Menschen nahmen an der Kundgebung teil. Aufgrund der extremen Hitze sagten die Organisatoren eine geplante Zwischenkundgebung ab. Die Polizei bestätigte, dass die Veranstaltung ohne größere Zwischenfälle verlief, auch wenn die umstrittene Szene gestoppt worden war.
