15 March 2026, 22:11

AfD zieht umstrittenes Flugblatt nach CORRECTIV-Kritik zurück

Eine gelbliche, leicht zerknitterte Zeitung mit der Aufschrift "Diskussion" in schwarzer Tinte, die die Überschrift "Semanario Repúblicano Democrático Federal" trägt.

AfD zieht umstrittenes Flugblatt nach CORRECTIV-Kritik zurück

Ein umstrittenes Wahlkampf-Flugblatt der AfD in Erlangen wurde nach interner Kritik und rechtlicher Bedenken zurückgezogen. Der Flyer enthielt umstrittene Behauptungen zur Untersuchung des Recherchezentrums CORRECTIV über ein rechtsextremes Treffen und führte zu einer Unterlassungserklärung der eigenen Ortsgruppe. Der Kreisvorsitzende Robert Aust räumte später ein, dass das Material unzureichend recherchiert worden sei.

Das von der AfD in Erlangen verbreitete Flugblatt bezeichnete den CORRECTIV-Bericht über das Potsdamer Treffen 2023 als "Märchen". Falsch war zudem die Aussage, Gerichte und CORRECTIV selbst hätten die Vorwürfe als erfunden zurückgewiesen. In einer Passage hieß es: "Wären CORRECTIVs Vorwürfe wahr, würden wir nicht für die AfD kandidieren."

Die Aussagen lösten innerhalb der Partei Widerspruch aus. Kreisvorsitzender Aust gab zu, dass die Formulierungen fehlerhaft und die Inhalte unzureichend geprüft worden seien. Die Ortsgruppe erließ daraufhin eine Unterlassungserklärung, die zum Rückzug und zur Vernichtung des Flyers führte.

Unterdessen haben mehrere Gerichtsverfahren inzwischen zentrale Fakten der CORRECTIV-Recherche bestätigt. Die AfD hat auf nationaler Ebene nicht zu diesen gerichtlichen Bestätigungen Stellung genommen, bestreitet aber weiterhin illegale Pläne und stellt das Treffen als fachpolitische Diskussion über Migration dar. Zwar verwendet die Partei den Begriff "Remigration", distanziert sich offiziell jedoch von dem konkreten Modell des Rechtsextremisten Martin Sellner. Aust präzisierte, die Aussage im Flyer habe sich lediglich auf ein hypothetisches Szenario bezogen, in dem Sellners Plan formal übernommen würde.

Die Erlanger AfD hat sich mittlerweile von dem Flugblatt distanziert, das nicht mehr verbreitet wird. Der Vorfall zeigt die anhaltenden Spannungen innerhalb der Partei im Umgang mit den CORRECTIV-Enthüllungen. Die gerichtlichen Entscheidungen dazu bleiben bestehen, weitere Gegenäußerungen der AfD sind nicht dokumentiert.

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