ZF revolutioniert günstige Kompaktwagen mit neuem Autochip für autonomes Fahren
Miroslav HofmannZF revolutioniert günstige Kompaktwagen mit neuem Autochip für autonomes Fahren
ZF entwickelt neuen Autochip für assistiertes und autonomes Fahren in günstigen Kompaktwagen
ZF hat einen neuen Autochip entwickelt, der fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme und autonome Funktionen in preiswerte Kompaktwagen bringen soll. Die in Deutschland konzipierte und im Dresdner Werk gefertigte Technologie zielt darauf ab, die Abhängigkeit von US-amerikanischen und asiatischen Zulieferern zu verringern – und das bei niedrigen Kosten für Massenmarktfahrzeuge.
Der Chip wurde kürzlich mit dem "Embedded Award 2026" für sein innovatives Design ausgezeichnet und unterstreicht damit Europas Bestrebungen nach Halbleiter-Unabhängigkeit.
Der ZF-Chip fungiert als Datenvorverarbeiter: Er bereitet Rohdaten von Sensoren auf, bevor diese an den Hauptfahrzeugcomputer weitergeleitet werden. Dadurch können Autohersteller entweder ihre Zentralprozessoren verkleinern oder diese für zusätzliche Aufgaben freimachen. Das Ziel ist es, hochwertige Assistenzsysteme und Teilautonomie auch in kleineren, bezahlbaren Fahrzeugen zu ermöglichen.
Die Entwicklung begann in Deutschland, die Produktion läuft im ZF-Werk Dresden. Bis zur vollständigen Integration in Fahrzeuge könnten jedoch noch vier bis fünf Jahre vergehen. Der Chip erfüllt strenge Sicherheitsstandards der Automobilbranche, darunter die ASIL-D-Zertifizierung – eine Voraussetzung für ausfallsichere Systeme beim hochautomatisierten Fahren (Stufe 4). Zudem unterstützt er fail-operational-Architekturen, die sicherstellen, dass das System auch bei Ausfall einzelner Komponenten funktionsfähig bleibt.
ZF betont, dass es mit dem Projekt nicht darum gehe, US-Konkurrenten wie Nvidia oder Qualcomm zu verdrängen. Vielmehr solle die Abhängigkeit in einem stark vernetzten globalen Halbleitermarkt reduziert werden. Der Chip stehe für Europas Fähigkeit, kritische Automobiltechnologien eigenständig zu entwickeln und zu fertigen.
Doch bleiben Herausforderungen: Europäische Chiphersteller leiden unter einem Mangel an fortschrittlichen Verpackungstechnologien, begrenzten Produktionskapazitäten durch lange Bauzeiten für Fabriken und einem wachsenden Fachkräftemangel. Bis 2030 könnte der Branche über eine Million Spezialisten fehlen. Trotzdem zeigt der ZF-Demonstrationschip Fortschritte bei der Integration von Sensoren, Radar und computergestützter Bildverarbeitung in Kompaktwagen – wo Platz und Energie stark begrenzt sind.
Der Wandel spiegelt einen größeren Trend wider: Hochleistungscomputer ersetzen zunehmend den Verbrennungsmotor als Herzstück moderner Fahrzeuge. ZFs Arbeit unterstreicht Europas Bestreben, in dieser Transformation wettbewerbsfähig zu bleiben.
Der Demonstrationschip von ZF ist ein Schritt, um fortschrittliche Fahrfunktionen auch in günstigeren Autos verfügbar zu machen. Bis zur Serienreife dauert es zwar noch Jahre, doch die Technologie hat bereits Branchenanerkennung erhalten.
Durch die Verringerung der Abhängigkeit von ausländischen Zulieferern will ZF Europas Rolle in der Entwicklung von Automotive-Halbleitern stärken – trotz anhaltender Engpässe bei Fachkräften und Produktionskapazitäten.






