25 April 2026, 06:20

Wie die Dresdner Obergraben-Presse die Kunstszene der 1970er revolutionierte

Eine detaillierte Zeichnung einer 19. Jahrhundert-Druckerpresse auf altem Papier, begleitet von erklärendem Text.

Wie die Dresdner Obergraben-Presse die Kunstszene der 1970er revolutionierte

In den 1970er-Jahren schlossen sich in Dresden Künstler:innen und Drucker:innen zusammen, um etwas Neues zu schaffen. Aus ihrer Zusammenarbeit entstand die Dresdner Obergraben-Presse – ein Ort für Druck, Verlagswesen und die Präsentation von Kunst. Das Projekt wuchs aus gemeinsamen Ambitionen und einer restaurierten italienischen Druckerpresse aus dem Jahr 1908 heraus.

Die Idee ging von Jochen Lorenz aus, einem Drucker, der nach mehr als routinemäßiger Arbeit suchte. Damals stellte er vor allem Fahrpläne für die Deutsche Reichsbahn her. Gleichzeitig entwickelte A.R. Penck seine Theorie Vom Untergrund zum Obergrund und hatte 1971 die Künstlergruppe Lücke mitgegründet. Diese löste sich zwar 1976 auf, doch ihr Einfluss blieb spürbar.

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Eberhard Göschel und Peter Herrmann gehörten bereits 1976 zur Arbeitsgruppe des Dresdner Leonhardi-Museums. Herrmann besaß eine alte italienische Druckerpresse, die Bernhard Theilmann sorgfältig restaurierte. 1978 zog Göschel in ein größeres Atelier um, wodurch eine Dreizimmerwohnung für Experimente frei wurde.

Aus diesen Verbindungen entstand die Dresdner Obergraben-Presse. Sie entwickelte sich zu einer Kombination aus Künstlervereinigung, Druckwerkstatt, Verlag und Galerie – alles unter einem Dach.

Die Presse vereinte Drucker:innen, Künstler:innen und Theoretiker:innen. Ihre Arbeit basierte auf restaurierter Technik, gemeinsamem Know-how und dem Willen, Grenzen zu überschreiten. Das Projekt hinterließ bleibende Spuren in der Dresdner Kunstszene.

Quelle