Wie BMW Motorsport 1972 mit Leidenschaft und PS die Rennstrecken eroberte
Alexander TextorWie BMW Motorsport 1972 mit Leidenschaft und PS die Rennstrecken eroberte
BMW Motorsport GmbH wurde 1972 als jüngste Sparte der BMW AG gegründet. Ziel war es, alle Motorsport-Aktivitäten des Konzerns unter einem Dach zu bündeln. Der BMW-Vorstand Robert A. Lutz gab der Tochtergesellschaft mit einer Rede, die Leistung und Begeisterung betonte, offiziell ihren Namen.
Schon vor der Gründung hatte sich BMW im Rennsport einen Namen gemacht. Modelle wie der 1800 TI, der 2000 TI und die gesamte 02er-Reihe hatten auf der Rennstrecke zahlreiche Siege eingefahren. Zudem war das Unternehmen seit Mitte der 1960er-Jahre in der Formel 2 aktiv und lieferte leistungsstarke Motoren an erfolgreiche Teams.
1972 übernahm Jochen Neerpasch, ein ehemaliger Rennsportverantwortlicher von Porsche und Ford, die Leitung als Geschäftsführer. Noch im selben Jahr richtete die BMW Motorsport GmbH in München eine eigene Basis ein – mit Rennwerkstatt, Motorenfertigung, Werkzeugbau und einem Prüfstand. Zudem wurde ein starkes Fahreraufgebot verpflichtet, darunter Chris Amon, Toine Hezemans, Hans-Joachim Stuck, Dieter Quester, Björn Waldegård und Achim Warmbold.
1973 präsentierte die Sparte ihre ersten Rennfahrzeuge: einen 2002er für Rallyes und den 3.0 CSL, ein Tourenwagen-Coupé. Letzteres verfügte über einen 3,3-Liter-Reihensechszylinder mit 360 PS und läutete das Ende der BMW-Zweiventil-Rennmotoren ein. Der 3.0 CSL entwickelte sich zum prägenden Modell der BMW Motorsport GmbH. Sein leistungsstarker Motor und die Rennsport-Tradition unterstrichen den frühen Erfolg der Abteilung. Die Gründung der Tochtergesellschaft festigte BMWs Engagement im Hochleistungs-Motorsport.
