28 March 2026, 14:15

Wasserstoffbranche zwischen Rekordumsätzen und massiven Aktienverlusten

Tortendiagramm, das die Marktkapitalisierungen von Kryptowährungen im Jahr 2016 zeigt, mit Abschnitten für Bitcoin, Ethereum, Litecoin und andere Kryptowährungen auf einem weißen Hintergrund.

Wasserstoffbranche zwischen Rekordumsätzen und massiven Aktienverlusten

Die Wasserstoffbranche erlebte diese Woche starke Gegensätze. Während Ballard Power im dritten Quartal einen Umsatzanstieg von 120 Prozent vermeldete, stürzte die Aktie des Unternehmens innerhalb von zwei Tagen um 17 Prozent ab. Unterdessen sicherte sich BMW öffentliche Fördergelder in Höhe von 273 Millionen Euro für seinen wasserstoffbetriebenen X5, der bis 2028 auf den Markt kommen soll. Gleichzeitig setzten sich die Kursverluste bei Nel ASA fort – ein Zeichen für wachsende Zweifel an der künftigen Nachfrage nach der Technologie.

Die jüngsten Finanzzahlen von Ballard Power zeigten ein kräftiges Umsatzwachstum: Im dritten Quartal stieg der Erlös um 120 Prozent und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Zudem verringerte das Unternehmen seinen Verlust pro Aktie auf 0,09 US-Dollar – besser als die prognostizierten 0,11 US-Dollar. Dennoch blieb Ballard in den roten Zahlen, was Anleger verunsicherte: Am Donnerstag verlor die Aktie 7 Prozent, im Freitagshandel vor Börsenöffnung folgten weitere 10 Prozent minus. Damit erreichte der Kurs den tiefsten Stand seit über einem Monat. Zwar beliefen sich die Neuaufträge auf 19 Millionen US-Dollar, doch der Auftragsbestand schrumpfte um 9 Prozent auf 132,8 Millionen US-Dollar. Trotz des Rückschlags verfügte Ballard Ende September noch über eine solide Liquidität von 525,7 Millionen US-Dollar.

BMW erhielt unterdessen einen bedeutenden Schub, nachdem die Bundesregierung und der Freistaat Bayern 273 Millionen Euro an Subventionen für das Wasserstoff-X5-Projekt zugesagt hatten. Die Mittel fließen in die Entwicklung eines Brennstoffzellenantriebs; die Serienproduktion des Fahrzeugs soll 2028 anlaufen.

Bei Nel ASA verschärfte sich der Druck, als die Aktie um 3,6 Prozent auf 0,207 Euro nachgab und sich damit einem kritischen Unterstützungskurs von 0,20 Euro näherte. Der Rückgang brachte den Wert in die Nähe seines Allzeittiefs von 0,17 Euro – ein Spiegelbild anhaltender Investorensorgen. Dem Unternehmen gelang es bisher kaum, Aktionäre zu beruhigen: Neue Aufträge blieben rar, und Fragen zur langfristigen Nachfrage nach seinen Wasserstofflösungen bestehen fort.

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Der globale Wasserstoffmarkt wächst indes rasant. Die Kapazitäten für kohlenstoffarmen Wasserstoff stiegen von 104 Projekten im Jahr 2020 auf über 460 Anfang 2026. Die Investitionen kletterten von 0,5 Milliarden US-Dollar (2021) auf fast 8 Milliarden US-Dollar (2025). Der Markt für Wasserstofferzeugung, 2023 noch 150,45 Milliarden US-Dollar wert, soll bis 2032 auf 360,60 Milliarden US-Dollar anwachsen – getrieben von Dekarbonisierungsstrategien. Schwerpunkte liegen in der Schwerindustrie, im Transportsektor, bei Energiespeichern und der Mobilität, wobei die Region Asien-Pazifik die Investitionen anführt. Dennoch bleiben Herausforderungen: Projektverzögerungen und unsichere Nachfrage dämpfen die Euphorie.

Trotz des starken Umsatzwachstums konnte Ballard Power die Bedenken der Anleger nicht ausräumen – die Aktie erlitt deutliche Verluste. BMWs Wasserstoff-X5 profitiert zwar von massiver öffentlicher Förderung, doch sein Erfolg hängt von der künftigen Marktakzeptanz ab. Die Schwierigkeiten von Nel ASA unterstreichen die generelle Unsicherheit in der Branche, obwohl der Wasserstoffsektor insgesamt expandiert. Die Kluft zwischen langfristigem Potenzial und kurzfristigem Vertrauen bleibt eine zentrale Herausforderung.

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