Was, wenn die Natur über uns urteilt – und wir endlich Ruhe hätten?
Miroslav HofmannWas, wenn die Natur über uns urteilt – und wir endlich Ruhe hätten?
Die Welt überschwemmt uns mit Meinungen – sie scheinen überall zu sein. Ob in Talkshows, Podcasts oder Online-Foren: Ständig teilen Menschen ihre Ansichten mit, die andere konsumieren. Der Autor überlegt, wie selbst die Natur in dieser von Meinungen gesättigten Welt ihr eigenes Urteil über den Menschen fällen könnte.
In der vergangenen Woche wurde der Autor mit einer Flut von Standpunkten zu den unterschiedlichsten Themen konfrontiert. Diskutiert wurden der Nahostkonflikt, die Vor- und Nachteile von Windrädern und sogar die umstrittene Frage, ob Ananas auf Pizza gehört. Angesichts dieser schieren Masse an Perspektiven war es kaum möglich, dem Lärm zu entkommen.
Als spielerische Gegenreaktion entwirft der Autor eine Welt, in der die Natur selbst Meinungen hat. Ein Schlafzimmer-Kaktus, Stechmücken oder Sonnenblumen könnten ihre Haltung durch ihr Verhalten ausdrücken – ohne Worte. Selbst das Mittelmeer wird sich vorgestellt, wie es Urlauber nach ihrem Benehmen sortiert.
Obwohl viele glauben, in der Natur dem Urteil anderer zu entfliehen, stellt der Autor fest, dass der gesellschaftliche Druck wächst, die eigene Meinung offen zu äußern. Zurückhaltung wird zunehmend zur Seltenheit. Als humorvolle Lösung schlägt er vor, jedem Menschen nur noch drei Meinungen pro Tag zuzugestehen.
Der Autor gibt zu, skeptisch gegenüber den Vorzügen achtsamen Atmens zu bleiben. Doch die Vorstellung einer Welt mit weniger ungebetenen Meinungen erscheint ihm verlockend. Ob von Menschen oder der Natur – der Strom an Bewertungen wirkt endlos und unausweichlich.
