Symbolträchtiges Nagelkreuz aus Dachauer Versöhnungskirche gestohlen und zerstört
Roger AdolphNach Diebstahl - Versöhnungskirche bestellt neues Nagelkreuz - Symbolträchtiges Nagelkreuz aus Dachauer Versöhnungskirche gestohlen und zerstört
Nagelkreuz von hohem Symbolwert aus der Versöhnungskirche der KZ-Gedenkstätte Dachau gestohlen
Ein Nagelkreuz von tiefer symbolischer Bedeutung wurde aus der evangelischen Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau entwendet. Der Dieb stahl nicht nur das Kreuz, sondern beschädigte es zudem schwer, als er versuchte, einen Spendenkasten aufzubrechen. Der Verlust trifft ein weltweites Netzwerk, das sich für Frieden und Erinnerungseinsatz engagiert.
Das gestohlene Kreuz war Teil einer Tradition, die auf die Coventry Cathedral zurückgeht, die 1940 durch deutsche Bombenangriffe zerstört wurde. Nach dem Angriff wurde ein Kreuz aus drei mittelalterlichen Nägeln zum Symbol der Versöhnung. Seitdem setzen sich über 200 Nagelkreuz-Zentren weltweit für Frieden, Gerechtigkeit und Heilung in Konfliktregionen ein.
Die Versöhnungskirche in Dachau gehört seit 2012 zu diesem Netzwerk. Jeden Freitag findet dort ein ökumenisches Versöhnungsgebet um das Kreuz statt. Der Dieb nutzte das Nagelkreuz, um den Schlitz des Opferstocks aufzubrechen, bevor er es stahl und einen Spendenkasten gewaltsam öffnete. Später wurde einer der drei Nagelköpfe des Kreuzes im beschädigten Kasten gefunden.
Das Kreuz selbst hat zwar nur geringen materiellen Wert, doch seine symbolische Bedeutung für die Kirche ist unermesslich. Der Diebstahl ereignet sich nur wenige Tage vor einem christlich-jüdischen Gedenk Gottesdienst am Sonntag, dem 14. November, um 11:00 Uhr, der an den Jahrestag der Novemberpogrome 1938 erinnert.
Das gestohlene Kreuz ist schwer beschädigt, und eine Wiederbeschaffung ist ungewiss. Der Vorfall unterbricht eine langjährige Tradition der Erinnerungskultur an der Gedenkstätte Dachau. Behörden und die Kirchengemeinschaft beraten nun über das weitere Vorgehen nach dem Diebstahl.






