21 March 2026, 02:13

Sprachforscher entdeckt legale Schimpfwort-Lücke – doch wie lange noch?

Cartoon-Gesichter mit dem Text "Das ist einige harte germanische Scheiße, in die du dich da reingeritten hast.", die Frustration und Hilflosigkeit ausdrücken.

Sprachforscher entdeckt legale Schimpfwort-Lücke – doch wie lange noch?

Ein deutscher Jurist und Sprachwissenschaftler hat eine neue Methode vorgeschlagen, um Beleidigungen straffrei auszusprechen. Roger "Flaming" Reisertsch schlägt vor, klassische Schimpfwörter einfach durch die Namen von Politikern zu ersetzen. Seine Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass diese Taktik bald in einer rechtlichen Grauzone landen – oder sogar selbst zur Straftat werden könnte.

Reisertsch, ein Experte für Beleidigungen und Schmähungen – auch Malediktologie genannt –, argumentiert, dass viele traditionelle Schimpfwörter ihre Wirkung verloren hätten. Begriffe, die einst als schwerwiegend galten, lösten heute oft nur noch Gelächter oder Gleichgültigkeit aus. Dennoch behielten manche Ausdrücke – wie etwa Nazischlampe – ihre juristische Brisanz: Wer damit hochrangige AfD-Politiker beleidige, müsse mit Bußgeldern von bis zu 1.200 Euro rechnen.

Sein Buch und die Website gibmirkeinetiernamen.de präsentieren über 1.024 algorithmisch generierte Schimpfwörter, die aus der ersten Silbe eines Politiker-Namens und einem Tier bestehen – etwa Merkelaffe (Angela Merkel Affe). Solche Kreationen bergen jedoch das Risiko von Verleumdungsklagen, selbst von Tierschutzorganisationen wie PETA, da Tiervergleiche rechtlich heikel bleiben.

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Aktuell ist es in Deutschland noch nicht strafbar, Politiker direkt zu beschimpfen – etwa mit Rufe wie Du Orban! oder Du blöder Trump!. Doch Reisertsch warnt, dass diese Lücke bald geschlossen werden könnte. Seine Analysen zeigen, dass Beleidigungen mit Gemüse- oder Obstsorten selten sind; bisher ist nur Pflaume vor Gericht einklagbar.

Die Debatte verdeutlicht, wie eng Sprache und Recht in der modernen deutschen Gesellschaft verwoben sind. Während manche Schimpfwörter an Schärfe verlieren, könnten andere – besonders solche, die Politik und Tiere verbinden – künftig strengere Prüfungen durchlaufen. Reisertschs Methode bietet vorerst eine vorübergehende Lösung, doch ihre rechtliche Zukunft bleibt ungewiss.

Quelle