22 April 2026, 06:25

Solarstrom aus dem Straßenrand: Wie Deutschland 300 Gigawatt Leistung erschließen will

Luftaufnahme einer Solar-Farm mit Panelen in einem Feld, umgeben von Bäumen, Gras, Pflanzen und Wasser, mit einem Zug auf einer nahen Bahnstrecke.

Solarstrom aus dem Straßenrand: Wie Deutschland 300 Gigawatt Leistung erschließen will

Forschende in Deutschland erkunden neue Wege, um Solarstrom auszubauen – indem sie Photovoltaik(PV)-Anlagen entlang von Straßen und Verkehrswegen installieren. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) zeigt, dass diese Flächen bis zu 300 Gigawatt Leistung aufnehmen könnten – das Dreifache der derzeitigen Gesamtkapazität des Landes. Ein solches Pilotprojekt, ein 300 Meter langer Fahrradweg mit Solarmodul-Dach, wurde bereits in der Nähe von Freiburg realisiert.

Das Fraunhofer ISE hat gemeinsam mit dem Energieversorger Badenova den solarüberdachten Radweg nahe seines Hauptsitzes in Freiburg fertiggestellt. Das Vorhaben demonstriert, wie sich Photovoltaik in die Verkehrsinfrastruktur integrieren lässt. Gleichzeitig ging auch eine 210-Kilowatt-PV-Anlage in Freising bei München in Betrieb, die auf Stelzen neben dem Flughafen montiert wurde.

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Laut der Studie könnten allein Straßenrandstreifen zwischen 24 und 48 Gigawatt Solarstromkapazität bereitstellen – genug, um 16 Millionen Haushalte zu versorgen. Die Installation von PV-Systemen auf Lärmschutzwänden oder an langsamer befahrenen Straßen erweist sich als kostengünstiger als die Überdachung von Autobahnen. Seit Anfang 2023 profitieren Solarprojekte entlang von Autobahnen zudem von beschleunigten Genehmigungsverfahren.

Neben der Stromerzeugung bieten straßennahe PV-Anlagen weitere Vorteile: Sie spenden Schatten, was die Lebensdauer des Asphalts verlängern kann. Zudem ließe sich die Technologie an Raststätten, Parkplätzen oder Tankstellen nutzen, um Ladestationen für Elektroautos mit Energie zu versorgen.

Das deutsche Verkehrsnetz birgt demnach erhebliches Potenzial für den Ausbau der Solarenergie. Mit schnelleren Genehmigungen und geringeren Kosten in bestimmten Bereichen könnten PV-Anlagen entlang von Straßen bald zum gewohnten Bild gehören. Die Erkenntnisse des Fraunhofer ISE deuten darauf hin, dass dieser Ansatz eine Schlüsselrolle bei der Deckung des künftigen Energiebedarfs spielen könnte.

Quelle