24 March 2026, 14:13

Rudolf Nurejews bewegtes Leben als Ballett auf der Bühne des Bolschoi-Theaters

Zwei Balletttänzer, die synchron auf der Bühne tanzen, vor einem Publikum auf Stühlen und einer gemalten Kulisse aus der Royal Ballet-Produktion von Romeo und Julia.

Rudolf Nurejews bewegtes Leben als Ballett auf der Bühne des Bolschoi-Theaters

Ein Ballett über das turbulente Leben Rudolf Nurejews feierte 2017 am Moskauer Bolschoi-Theater Premiere. Von dem Choreografen Juri Possochow und dem Regisseur Kirill Serebrennikow erschaffen, zeichnet die Produktion den Weg des Tänzers nach – vom 1938 in einem Zug geborenen Kind bis zum Weltstar, der 1993 in Paris starb. Die Bühne ist gefüllt mit Gegenständen, die einst Nurejew gehörten, darunter Relikte von seiner italienischen Insel und Kostüme aus seinen legendären Auftritten.

Die Geschichte beginnt mit Nurejews frühen Jahren als Schüler an der Waganowa-Ballettakademie in Leningrad. Der erste Akt des Balletts fängt seine Flucht nach Frankreich 1961 eindrucksvoll ein – ein Moment, der seine Karriere und sein Leben für immer veränderte. Das Bühnenbild ist reich an persönlichen Symbolen: männliche Akte alter Meister, Thonet-Stühle, Sofas von Maria Callas und mit Goldfäden bestickte Bühnenkostüme.

Trotz seiner opulenten Optik vermag es der zweite Akt nicht, die emotionale Wucht des ersten zu halten. Glitzernde Anspielungen auf Nurejews ikonische Rollen fluten die Bühne, doch die Erzählung verliert an Tiefe. Die Produktion geriet erneut in die Schlagzeilen, als sie 2023 in Russland wegen ihrer LGBTQ+-Thematik verboten wurde.

Die Geschichte des Balletts ist ebenso komplex wie die seines Protagonisten. Regisseur Kirill Serebrennikow verpasste die Premiere 2017, nachdem er unter Hausarrest gestellt worden war; später wurde er wegen Veruntreuung verurteilt. Der in Luhansk geborene Choreograf Juri Possochow, heute US-Staatsbürger, arbeitet weiterhin in Russland – trotz des anhaltenden Krieges in der Ukraine. Nurejews Nachlass wurde 1995, zwei Jahre nach seinem Tod an den Folgen von Aids, versteigert.

Nurejew bleibt eine beeindruckende Hommage an einen der größten Tänzer der Geschichte. Die Mischung aus persönlichen Artefakten und mutiger Erzählweise gewährt einen seltenen Einblick in seine Welt. Doch die Rezeption – geprägt von juristischen Problemen, politischen Verboten und künstlerischen Herausforderungen – spiegelt die anhaltenden Kontroversen wider, die Nurejews Vermächtnis bis heute begleiten.

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