Rentenreform: Höheres Eintrittsalter und kapitalgedeckte Säule geplant
Stjepan StaudeRentenreform: Höheres Eintrittsalter und kapitalgedeckte Säule geplant
Eine Regierungskommission hat weitreichende Reformen für das deutsche Rentensystem vorgeschlagen. Zu den Empfehlungen gehören eine Anhebung des Renteneintrittsalters sowie die Einführung einer neuen kapitalgedeckten Säule in der gesetzlichen Rente. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat zu einer breiten Debatte über die Reformvorschläge aufgerufen.
Die Rentenkommission skizzierte mehrere zentrale Maßnahmen. So soll das gesetzliche Renteneintrittsalter schrittweise über 67 Jahre hinaus angehoben und an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Zudem sollen die Möglichkeiten für einen vorzeitigen Rentenbeginn eingeschränkt werden – unter anderem durch die Abschaffung der Regelung, die einen abschlagsfreien Ruhestand nach 45 Beitragsjahren erlaubt.
Eine neue kapitalgedeckte Säule soll die gesetzliche Rente stärken. Die Kommission schlug außerdem ein einheitliches, einkommensbezogenes Rentensystem für Arbeitnehmer, Selbstständige, Abgeordnete und Führungskräfte vor. Beamte blieben jedoch von Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung ausgenommen, während Selbstständige und Politiker künftig einzahlen müssten.
Die politischen Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte an, die Vorschläge zügig umsetzen zu wollen. Die AfD und die Partei Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kritisierten hingegen die Pläne zur Anhebung des Renteneintrittsalters und zur Einschränkung des vorzeitigen Ruhestands. Woidke betonte, dass geprüft werden müsse, wie sich die Reformen auf Rentner in Ostdeutschland auswirken würden, wo die gesetzliche Rente besonders wichtig sei. Zudem forderte er, Beamte in die Reformdebatte einzubeziehen.
Die vorgeschlagenen Änderungen zielen darauf ab, die langfristige Stabilität des deutschen Rentensystems zu sichern. Sie sehen neue Finanzierungsstrukturen und angepasste Rentenzugangsregeln vor. Nun muss die Regierung politische Widerstände und regionale Bedenken überwinden, um die Pläne voranzubringen.
