Regierungsfahrzeuge verfehlen EU-Klimaziele – jede zweite Dienstlimousine zu dreckig
Alexander TextorRegierungsfahrzeuge verfehlen EU-Klimaziele – jede zweite Dienstlimousine zu dreckig
Eine neue Studie hat ergeben, dass mehr als die Hälfte der offiziellen Dienstfahrzeuge der deutschen Regierung die EU-Abgasnormen nicht einhalten. Den Erkenntnissen zufolge überschritten 151 von 238 untersuchten Fahrzeugen den EU-Grenzwert von 93,6 Gramm CO₂ pro Kilometer. Trotz gewisser Fortschritte zeigt die 19. Ausgabe des Berichts nur geringe Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr.
Die Analyse macht deutlich, dass sieben von elf Bundesministern Fahrzeuge nutzten, die den EU-Grenzwert um mindestens 20 Gramm pro Kilometer überstiegen. Selbst Plug-in-Hybride stießen im rein verbrennungsmotorischen Betrieb fast doppelt so viel CO₂ aus wie vorgeschrieben. Besonders negativ fiel Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auf: Sein Dienstwagen verursachte schätzungsweise 292 Gramm CO₂ pro Kilometer – der höchste Wert im Vergleich.
Sieben Ministerien erhielten wegen ihrer besonders emissionsstarken Flotten symbolisch die „Rote Karte“. Hervorzuheben ist hingegen die Fraktion der Grünen, deren Fuhrpark mit durchschnittlich nur 85 Gramm pro Kilometer am saubersten abschnitt. Gleichzeitig stieg der Anteil rein elektrischer Fahrzeuge im Bundesfuhrpark auf 57 Prozent – ein Zeichen für einen langsamen Wandel hin zu umweltfreundlicherer Mobilität.
Insgesamt kommt die Studie zu dem Schluss, dass die gesamte Regierungsflotte ihr zugewiesenes CO₂-Budget bei anhaltender Entwicklung überschreiten wird.
Der Bericht unterstreicht die anhaltenden Defizite bei der Erfüllung der Klimaziele im Bereich des offiziellen Fuhrparks. Zwar nimmt die Nutzung von Elektrofahrzeugen zu, doch viele hoch-emittierende Fahrzeuge bleiben im Einsatz. Ohne weitere Maßnahmen wird die Regierungsflotte weiterhin über den ökologischen Grenzwerten liegen.






