Rechtsextreme greifen Journalisten an: Schweizer Verfahren nach Treffen in Schnellroda
Miroslav HofmannRechtsextreme greifen Journalisten an: Schweizer Verfahren nach Treffen in Schnellroda
Rechtsextremes Treffen in Ostdeutschland führt zu Strafverfolgung nach Angriffen auf Journalisten
Ein rechtsextremes Treffen in Ostdeutschland hat zu Ermittlungsverfahren geführt, nachdem Journalisten von Extremisten angegriffen wurden. Zwei Führungskräfte der Schweizer Gruppe Junge Tat müssen sich nun in der Schweiz wegen ihrer Beteiligung an dem Vorfall vor Gericht verantworten.
Die Veranstaltung fand Ende Januar in Schnellroda statt, wo etwa 30 rechtsextreme Aktivisten – einige von ihnen vermummt – Reporter bedrängten und einschüchterten. Ziel der Angriffe waren Journalisten und Fotografen des Mediennetzwerks Recherche-Nord. Mitglieder der Jungen Tat gingen körperlich gegen sie vor: Einer der Anführer, Manuel Corchia, schlug gegen das Kameraobjektiv eines Journalisten. Ein weiterer Funktionär, Tobias Lingg, bespritzte Fotografen mit Wasser.
Verletzte gab es zwar nicht, doch die Polizei leitete daraufhin Ermittlungen wegen Körperverletzung, Beleidigung und Diebstahls ein. An dem Vorfall beteiligt waren Vertreter der Jungen Tat, der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner sowie Mitglieder der Jugendorganisation der deutschen AfD-Partei.
Corchia und Lingg sollen nun in den kommenden Monaten in der Schweiz vor Gericht stehen. Im Prozess wird es um mehrere Straftaten im Zusammenhang mit dem rechtsextremen Treffen gehen. Die Schweizer Behörden werden die Angriffe auf Journalisten und das aggressive Verhalten der Beteiligten untersuchen. Das Urteil könnte Präzedenzcharakter für die Ahndung ähnlicher Vorfälle in Zukunft haben.






