RAW-Gelände in Berlin: Kulturort zwischen Räumungsklagen und Protesten
Alexander TextorRAW-Gelände in Berlin: Kulturort zwischen Räumungsklagen und Protesten
Die Zukunft des RAW-Geländes in Berlin ist ungewiss
Das RAW-Gelände, ein bekannter kultureller Hotspot in der Hauptstadt, steht vor einer unsicheren Zukunft. Der einstige Standort für die Wartung von Reichsbahn-Zügen hat sich über die Jahre zu einem lebendigen Ort mit Clubs, Bars und kreativen Räumen entwickelt.
Ursprünglich als Bahnbetriebswerk genutzt, verfiel das Areal nach dem Fall der Berliner Mauer. Die leeren, teils verfallenen Hallen zogen bald Bars, Clubs und Gemeinschaftsinitiativen an. Heute beherbergt das Gelände Konzertlocations, einen großen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, restaurierte Möbelhäuser und saisonale Märkte.
Im Januar beantragte die Eigentümerin, die Kurth Group, ein beschleunigtes Baugenehmigungsverfahren für den Bau von Wohnungen. Senat und Bezirksamt legten Mitte Mai einen Rahmenvertrag vor, den das Unternehmen jedoch ablehnte. Streitpunkte sind die Anzahl der geplanten Wohnungen und die Frage, ob die historischen Hallen mit ihren kulturellen Nutzungen erhalten bleiben.
Erste Räumungsklagen wurden bereits eingereicht. Der Club Cassiopeia muss Teile des Geländes verlassen – eine Räumung könnte bereits nächste Woche erfolgen. Unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“ versammelten sich Demonstranten am Kurfürstendamm mit Livemusik und Reden. Eine Petition, die die Kurth Group zu erneuten Verhandlungen auffordert, soll am Freitag dem Senat übergeben werden.
Das RAW-Gelände bleibt ein pulsierender Kulturort mit einem vielfältigen Angebot. Sein Fortbestand hängt davon ab, ob der Konflikt zwischen Bebauungsplänen und dem Erhalt des historischen und gemeinnützigen Charakters gelöst werden kann. Die Petition und Proteste zeigen, wie groß die öffentliche Unterstützung für den Erhalt des Geländes ist.
