26 March 2026, 08:12

Prozess zum tödlichen Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen 2022 gestartet

Schwarz-weißes Foto einer Schienenstrecke, die zu einer brüchigen Brücke mit zerbrochenen Geländern und Schutt führt, umgeben von Gebäuden unter einem klaren Himmel.

Prozess zum tödlichen Zugunglück in Garmisch-Partenkirchen 2022 gestartet

Prozess zum tödlichen Zugunglück von Garmisch-Partenkirchen 2022 hat begonnen

Vor dem Landgericht München II läuft derzeit der Prozess zum Zugunglück von Garmisch-Partenkirchen im Juni 2022, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen und über 70 verletzt wurden. Am 3. Juni 2022 war der Zug auf der Strecke zwischen Weilheim und Garmisch-Partenkirchen entgleist. Nun prüfen die Ermittler, ob Gleisfehler oder Probleme mit dem Bahndamm die Katastrophe ausgelöst haben.

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Wie sich zeigte, hatte es auf der betroffenen Strecke bereits zuvor chemische Veränderungen an den Schienen gegeben. Der führende Triebwagen passierte die Kurve noch erfolgreich, was darauf hindeutet, dass die Entgleisung durch eine kurzfristige Verschiebung der Gleislage und nicht durch einen langfristigen Schaden verursacht wurde.

Der Bahnexperte Dieter Doege vertritt die Auffassung, dass der Bahndamm eine zentrale Rolle spielte. Seinem Urteil nach führte eine vorübergehende Störung der Gleislage – möglicherweise durch ein defektes Schotterbett oder Instabilität des Damms – zur Entgleisung. Zwar waren viele Schwellen beschädigt, doch Doege zweifelt daran, dass deren Austausch allein den Unfall hätte verhindern können.

Die Anklage führt die Entgleisung auf ein "schrittweises Versagen" der Betonschwellen zurück. Doege widerspricht dieser These und weist darauf hin, dass eine Schutzschiene möglicherweise verhindert hätte, dass die Wagen den steilen Hang hinabstürzten. Die Wucht des Aufpralls verstärkte sich noch, als die Wagen gegen die Betonbegrenzung einer darunterliegenden Bundesstraße prallten.

Fachleute betonen zudem, dass eine vorherige Geschwindigkeitsbegrenzung den Unfallverlauf möglicherweise nicht gemildert hätte. Das Verhalten der Wagen nach der Entgleisung verschlimmerte die Folgen erheblich.

Während des Prozesses werden die Ermittler die widersprüchlichen Theorien zur Ursache abwägen. Die fehlende Schutzschiene und der Zustand des Bahndamms stehen im Mittelpunkt der Verhandlung. Das endgültige Urteil wird klären, ob Gleisfehler, ein Versagen des Damms oder eine Kombination mehrerer Faktoren zur Tragödie führten.

Quelle