Mäßiges Angebot im Lohnstreit bei Oettinger - Oettinger-Streit könnte bald enden – doch Spannungen bleiben
Ein langwieriger Arbeitskonflikt bei der Oettinger Brauerei könnte bald beigelegt werden. Der Mediator Benedikt Hövelmann hat einen Vorschlag zur Beilegung des Streits vorgelegt, dem die Gewerkschaft NGG bereits zugestimmt hat. Doch die Spannungen bleiben bestehen, da das Unternehmen die Bedingungen noch nicht offiziell gebilligt hat.
Im Mittelpunkt des Konflikts stehen Tarifverträge für die Oettinger-Standorte in Mönchengladbach, Oettingen und Walldorf. Hövelmanns Vorschlag sieht vor, diese Verträge mit geringfügigen Änderungen wieder in Kraft zu setzen. Demnach würden die Beschäftigten eine rückwirkende Lohnerhöhung von 2 Prozent ab dem 1. Juli erhalten, gefolgt von einer weiteren Anhebung um 0,8 Prozent zum 1. Januar 2026. Die Vereinbarung würde für 17 Monate gelten.
Die NGG-Gewerkschaft hat das Angebot angenommen, obwohl sie die Lohnerhöhungen als unter dem Branchendurchschnitt ansieht. Ausschlaggebend für die Zustimmung waren vor allem Bedenken um die Arbeitsplatzsicherheit. Gleichzeitig warnte die Gewerkschaft vor einer erneuten Eskalation, falls Oettinger den Vorschlag ablehnt. Unternehmenschef Stefan Blaschak bestätigte zwar die Vermittlungslösung, betonte jedoch, dass diese rechtlich noch nicht bindend sei.
Oettinger hat in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Zwischen 2021 und 2025 stieg die Produktion von 9,5 Millionen auf über 10,5 Millionen Hektoliter, während der Marktanteil von 11,2 auf 12,8 Prozent kletterte. Dieses Wachstum gelang trotz eines schrumpfenden deutschen Biermarktes, bei dem Konkurrenten wie Bitburger Rückgänge verzeichneten.
Der Vermittlungsvorschlag bietet eine mögliche Lösung des Konflikts. Wird er angenommen, würden die Tarifverträge wieder gelten und moderate Lohnerhöhungen umgesetzt. Die Entscheidung wird zeigen, ob die Arbeitskämpfe fortgesetzt werden oder ob der Brauereibetrieb zur Normalität zurückkehrt.






