Oberasbach am Abgrund: 15 Millionen Schulden und zwei Rettungspläne im Vergleich
Stjepan StaudeOberasbach am Abgrund: 15 Millionen Schulden und zwei Rettungspläne im Vergleich
Oberasbach steckt tief in der Finanzkrise: Nach Jahren wachsender Schulden und Haushaltslücken steht die Stadt vor dem Kollaps. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die finanzielle Lage dramatisch verschlechtert – die Schulden belaufen sich mittlerweile auf 15 Millionen Euro, und bis 2025 drohen jährliche Defizite von über zwei Millionen Euro. Zwei lokale Politiker, Marco Haas (CSU) und Thomas Diebenbusch (Grüne/Freie Wähler), haben nun ihre Pläne vorgelegt, um die Situation zu stabilisieren und die Zukunft der Stadt zu sichern.
Die Krise hat mehrere Ursachen: Die Gewerbesteuereinnahmen brachen um 40 Prozent ein, nachdem nach der Pandemie zahlreiche Betriebe schließen mussten. Gleichzeitig stiegen die Sozialausgaben um 25 Prozent – bedingt durch die Integration von Geflüchteten und erhöhte Sozialleistungen. Die Energiekosten haben sich seit 2022 verdoppelt, und eine fehlgeschlagene Sanierung des Rathauses, die das Budget um drei Millionen Euro überschritt, verschärfte die Lage zusätzlich.
Beide Politiker sind sich einig, dass dringend gehandelt werden muss – doch ihre Lösungsansätze unterscheiden sich. Marco Haas setzt auf eine Umstrukturierung der Finanzen, klare Priorisierungen und eine vorsichtigere Investitionspolitik. Er will die interkommunale Zusammenarbeit stärken und die Digitalisierung vorantreiben, um Mittel für dringende Projekte freizumachen. Seine Vision: Oberasbach soll eine Stadt werden, in der alle Generationen gut leben können – mit besserer Bildung, Kinderbetreuung und attraktiven öffentlichen Räumen.
Haas unterstützt zwar die geplante Fahrradschnellstraße nach Nürnberg, besteht aber auf gesicherte Landesförderung. Zudem spricht er sich dafür aus, städtische Flächen über die Wohnungsbaugesellschaft (WBG) zu entwickeln, um das Wachstum zu steuern und gleichzeitig Einnahmen zu generieren.
Thomas Diebenbusch lehnt Schnelllösungen wie den Verkauf aller kommunalen Grundstücke an die Wohnungsgenossenschaft als unrealistisch ab. Stattdessen betont er professionelles Projektmanagement, um weitere Kostenexplosionen zu vermeiden. Sein Fokus liegt auf der konsequenten Umsetzung des Konsolidierungsplans, um die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt wiederherzustellen.
In den kommenden Jahren will Diebenbusch verpflichtende Aufgaben priorisieren: den Bau einer offenen Ganztagsschule, die Modernisierung der technischen Infrastruktur sowie die Behebung dringender Mängel in Schulen und Kitas.
Ob Oberasbach die Wende schafft, hängt von disziplinierter Haushaltsführung und klugen Investitionen ab. Sowohl Haas als auch Diebenbusch haben konkrete Schritte vorgestellt, um die Defizite abzubauen und die Dienstleistungen zu verbessern. Ob die Stadt ihre essenziellen Projekte finanzieren und wieder auf stabilen Kurs bringen kann, wird davon abhängen, wie diese Pläne in den nächsten Jahren umgesetzt werden.






