Migrationsstreit im EU-Parlament spaltet CDU und EVP – AfD profitiert von der Zerrissenheit
Alexander TextorMigrationsstreit im EU-Parlament spaltet CDU und EVP – AfD profitiert von der Zerrissenheit
Im Europäischen Parlament ist ein politischer Streit über die Migrationspolitik ausgebrochen, der tiefe Gräben offenbart. CDU-Chef Friedrich Merz hat den EVP-Fraktionsvorsitzenden Manfred Weber scharf kritisiert und ihm vorgeworfen, hart erkämpfte Kompromisse zu untergraben. Der Konflikt entstand nach Vorwürfen, wonach Abgeordnete der Mitte-rechts-Fraktion mit rechtsextremen Kräften zusammenarbeiteten, um Asylmaßnahmen zu blockieren.
Die Auseinandersetzung fällt mit den Kommunalwahlen in Deutschland zusammen, bei denen die AfD deutliche Zugewinne verzeichnet – in Bayern und Hessen verdoppelte sie ihre Unterstützung. Unterdessen warnte die SPD, sie werde jede EU-Migrationslösung verzögern oder abschwächen, was die Verhandlungen zusätzlich erschwert.
Auslöser der Spannungen war eine öffentliche Verurteilung durch Manfred Weber, der die Blockade der EU-Asylreformen im Rechtsausschuss scharf kritisierte. Er forderte schnellere gesetzgeberische Schritte und drängte auf Kompromisslösungen bis Anfang 2026. Doch sein Vorgehen stieß auf Widerstand: Kritiker warfen ihm vor, sich dem Druck von links zu beugen.
Friedrich Merz konterte mit der Forderung, Weber müsse seine Initiativen stoppen, und warnte vor möglichen Konsequenzen. Der CDU-Vorsitzende wirft ihm vor, eine mühsam ausgehandelte Migrationspolitik zu gefährden. Merz' Haltung bringt ihn überraschend in eine Linie mit rot-grünen Parteien – ein Schritt, der die inneren Spannungen im CDU-CSU-Bündnis deutlich macht.
Die Kontroverse verschärfte sich, als Berichte nahelegten, dass EVP-Abgeordnete mit rechtsextremen Gruppen zusammengearbeitet hatten, um Maßnahmen zur Durchsetzung von Abschiebungen abzulehnen. Der schwedische Demokraten-Politiker Charlie Weimers erklärte, "Europa kann nicht länger von Berlins Brandmauer-Logik in Geiselhaft genommen werden". Die Folgen werfen Fragen nach künftigen politischen Bündnissen auf – und was möglich wäre, wenn der Wille dazu bestünde.
Gleichzeitig hat die AfD bei den jüngsten Wahlen in Deutschland deutlich zugelegt und ihren Stimmenanteil in Schlüsselregionen verdoppelt. Dieser Aufschwung droht, die kommunale Machtverteilung umzukrempeln: Immer mehr Gemeinden regieren nun ohne die traditionelle CDU-CSU-Sperre. Die SPD wiederum droht, jede EU-Migrationsvereinbarung zu blockieren, was die Unsicherheit weiter verstärkt.
Der Streit lässt die EU-Asylpolitik in der Schwebe – zentrale Reformen könnten verzögert oder verwässert werden. Webers Drängen auf schnelle Lösungen stößt sowohl bei der Linken als auch bei seinen eigenen konservativen Verbündeten auf Widerstand. Während die AfD an Zuspruch gewinnt, wirkt die politische Landschaft in Deutschland und Europa zunehmend zersplittert – und macht eine Einigung in der Migrationsfrage noch schwieriger.






