Metall- und Elektroindustrie in Bayern kämpft mit dramatischem Ausbildungsrückgang
Alexander TextorMetall- und Elektroindustrie in Bayern kämpft mit dramatischem Ausbildungsrückgang
Bayerns Metall- und Elektroindustrie verzeichnete im vergangenen Jahr einen deutlichen Rückgang bei den Ausbildungsplätzen. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge sank um fast 11 Prozent auf knapp 14.000. Arbeitgeber warnen nun vor einem weiteren Rückgang um 8 Prozent im laufenden Jahr, da wirtschaftliche Schwierigkeiten und demografische Veränderungen ihre Spuren hinterlassen.
Der Rückgang bei den Ausbildungsplätzen trifft die Metall- und Elektrobranche deutlich härter als andere Wirtschaftszweige. Während die Gesamtzahl der Ausbildungsverträge in Bayern nur um 1,1 Prozent auf etwa 85.000 zurückging, verzeichnete der Metall- und Elektrobereich einen Einbruch von fast 11 Prozent. In dieser Schlüsselfranche sind Unternehmen wie Siemens, BMW, Audi und Airbus tätig – doch selbst ihre Präsenz konnte den Trend nicht umkehren.
Fast die Hälfte der Betriebe gab an, zu wenige Bewerbungen zu erhalten: 48,1 Prozent klagten über mangelndes Interesse, weitere 49,4 Prozent bemängelten, dass den Bewerbern die nötigen Qualifikationen fehlen. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Bayme und vbm, wies Vorwürfe zurück, Unternehmen würden sich scheuen, auszubilden. Stattdessen verwies er auf die hohen Betriebskosten in Deutschland und forderte die Bundesregierung auf, geplante Reformen schneller umzusetzen.
Das Handwerk verzeichnete dagegen nur einen leichten Rückgang – ein Zeichen dafür, dass die Metall- und Elektroindustrie mit besonderen Herausforderungen konfrontiert ist, die über die allgemeine Wirtschaftslage hinausgehen.
Für dieses Jahr wird mit einem weiteren Rückgang der Ausbildungszahlen in der Branche gerechnet. Angesichts der schwachen Konjunktur und einer alternden Belegschaft muss die Industrie sowohl die Nachwuchsgewinnung als auch die Qualifizierung verbessern. Die Unternehmen setzen nun auf politische Weichenstellungen, um die Ausbildungssituation zu stabilisieren.






